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Im Haus Bovert in Meerbusch speisen die Gäste im Wohnmobil

Genuss in Meerbusch : Speisen und Spenden: Grieche bietet Wohnmobil-Dinner an

Inhaber Dimitrios Delidimitris bietet in seinem Restaurant Bovert einen besonderen Service an: Das Speisen im Camper. Das Wohnmobil stellt ein Stammgast zur Verfügung. Die Reservierungsgebühr ist für einen guten Zweck.

Lecker essen gehen am Geburtstag oder Hochzeitstag? Momentan nicht möglich. Seit fast vier Monaten dürfen Res­taurants ihre Speisen inzwischen nur noch zum Mitnehmen anbieten. Doch jetzt hat das Haus Bovert eine kreative Idee für ein Ausgeh-Erlebnis der anderen Art in die Tat umgesetzt: das Wohnmobil-Dinner.

Inhaber Dimitrios Delidimitris, der das Restaurant vor rund viereinhalb Jahren übernahm, bewirtet seine Gäste corona-konform im rollenden Urlaubsheim. „Wir bieten diesen Service seit ein paar Wochen an – und er wird gut angenommen. Die Leute sind einfach froh, mal zuhause herauszukommen“, sagt Delidimitris.

Das Prinzip ist ganz einfach. Auf dem Parkplatz des Restaurants nahe der Autobahnausfahrt Bovert steht ein Wohnmobil, in dem ein Hausstand zusammen essen gehen kann. Gastronom Delidimitris trägt beim Servieren einen Mundschutz und bringt die Speisen lediglich bis an die Tür. „Ich darf beim Servieren das Wohnmobil nicht betreten – und daran halte ich mich natürlich auch. Mir ist es ganz wichtig zu betonen, dass ich bei dieser Sache alle geforderten Hygiene- und Abstandsmaßnahmen befolge.“ So werde das Mobil auch nach jedem Besuch komplett desinfiziert, bevor die nächsten Gäste hineingelassen werden. Aus diesem Grund kommen pro Abend auch maximal zwei Paare oder Kleinfamilien in den Genuss, sich das Essen ins Wohnmobil bringen zu lassen.

Für die Reservierung ist eine Spende in Höhe von 15 Euro fällig

Um das Dinner der besonderen Art beim Griechen zu reservieren, ist eine Spende in Höhe von 15 Euro fällig. Diese kommt dem Motorradverein U.B.A.K.A Rheinland zugute. Die Abkürzung steht für „Urban Bulldogs Against Kids Abuse“ und sagt aus, dass sich die weltweit engagierten Mitglieder gegen Kindesmissbrauch einsetzen. „Trotz unseres vielleicht etwas harten Looks lösen wir die Probleme nicht mit der Faust, sondern wir versuchen, dass Kinder, die Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, wieder Vertrauen fassen, indem wir sie im Alltag begleiten“, erklärt U.B.A.K.A. Rheinland-Präsident Christoph Ferrari.

Der Kontakt zu Dimitrios Delidimitris kam über Fred Bovensiepen zustande. Der Büdericher ist ebenfalls Mitglied des Motorradvereins und zudem Stammgast im Restaurant Bovert. Und da er sein Wohnmobil derzeit ohnehin nicht zum Reisen nutzen kann, stellt er es dem Griechen für die Dinner kostenlos zur Verfügung. „Ich freue mich, dass ich auf diese Weise sowohl dem Restaurant als auch den Kindern helfen kann“, sagt Bovensiepen, der sich auch um die Terminvergabe für die Wohnmobil-Dinner kümmert. Sollte ein Gast einen eigenen Camper haben, könne dieser selbstverständlich auch genutzt werden.

Aus finanzieller Sicht sind die Wohnmobil-Dinner für das Restaurant Bovert zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem freut sich Delidimitris, ein paar Kunden bedienen zu dürfen. Und obwohl die Unterstützung der Leute während des Lockdowns sehr gut sei, beliefen sich seine Einnahmen durch den Abholservice auf gerade einmal 20 bis 30 Prozent des normalen Umsatzes. „Man kommt damit gerade so über die Runden“, sagt Delidimitris. Am meisten stört ihn die Ungewissheit. „Wenn wir wenigstens ein fixes Datum hätten, an dem wir wieder öffnen dürfen, dann hätte man ein wenig Planungssicherheit. Aber momentan können wir nur warten.“