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Hospizbewegung: Sterbebegleitung als Lebensaufgabe

Hospizbewegung: Sterbebegleitung als Lebensaufgabe

Hospizbewegung investiert viel in die Ausbildung ihrer Freiwilligen. Bürgerstiftung unterstützt die Arbeit.

Meerbusch. Einen Scheck über 2000 Euro konnte die Bürgerstiftung gestern der Hozpizbewegung Meerbusch überreichen. Der Erlös stammt aus der Adventskalender-Aktion.

Das Geld kann die Hospizbewegung gut gebrauchen, wie der 1. Vorsitzende Friedemann Johst bestätigt. „Wir leiden keine finanzielle Not. Aber gerade bei der Ausbildung der Ehrenamtlichen ist es von Nutzen, wenn man auch mal etwas großzügiger kalkulieren kann.“

Des Öfteren seien in der Vergangenheit Ausbildungskurse für freiwillige Mitarbeiter, die sich zutrauen, Sterbende zu betreuen, mit nur fünf Personen „an der untersten Grenze“ besetzt gewesen, berichtet Johst. „Die Ausbildung ist umfangreich, läuft ein halbes Jahr. Und wir müssen dafür auch Fachleute einbeziehen und bezahlen“, erklärt Geschäftsführerin Gudrun Fuß.

Im Anschluss an die Schulungen sei es schwer genug, die Ehrenamtler bei der Stange zu halten. „Einige hören nach wenigen Monaten wieder auf — was verständlich ist“, sagt Johst. Andere wiederum würden die Arbeit der Hospizbewegung seit 20 Jahren aktiv unterstützen.

„Das sind zum Teil aber auch Frauen, die selbst 80 Jahre alt sind. Das ist für die zu einer Art Lebensaufgabe geworden“, erzählt der Geistliche. Dennoch: Beklagen wollen sich Fuß und Jost nicht. „Wir haben momentan zwischen 25 und 28 Ehrenamtler ab 35 Jahren. Im vergangenen Jahr haben wir 67 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet“, sagt Fuß.

Wie lange so eine psycho-soziale Begleitung dauert, sei natürlich ganz unterschiedlich und hänge von der Schwere der Erkrankung ab. „Manchmal sind es nur wenige Wochen, zu anderen gehen wir seit vielen Jahren“, erzählt die Geschäftsführerin, die betont, dass man nicht pflegerisch tätig werde.

Stattdessen stünden intensive Gespräche im Vordergrund. Aber auch die Gabe, sich zurückzunehmen und einfach nur zuzuhören, sei wichtig. „Wir helfen oft dabei, Frieden mit zurückliegenden Menschen oder Ereignissen zu schließen“, so die Koordinatorin der Hospizarbeit in Meerbusch.

Die Arbeit von Gudrun Fuß geht aber über die Vermittlung von Begleitungen längst hinaus. Anfragen von Ärzten oder Angehörigen, was das Beste für einen Menschen ohne lange Lebenserwartung sei, gelte es ebenso zu bearbeiten und zu koordinieren wie die Trauerbegleitung und -verarbeitung Zurückgebliebener.

„Wichtig ist mir, dass alle Entscheidungen im Team mit Hausarzt, Pflegepersonal oder den Angehörige getroffen werden“, unterstreicht Fuß.