Thema Brunnen in Meerbusch : Diese Brunnen erzählen Stadtgeschichte

Mehrere Brunnen in Meerbusch erzählen von alten Legenden und lokalen Traditionen.

(kir) Wenn es plätschert und fließt, kann man zur Ruhe kommen und die Atmosphäre genießen. So auch in Osterath, wo der Kirchplatz vor St. Nikolaus mit einem Brunnen und Bänken lockt. Nach der Ortskernsanierung entschied sich die Stadt 1997, auf dem Kirchplatz einen Brunnen zu installieren. Er sollte architektonisch Bezug nehmen auf die Kirche mit dem mächtigen Turm, der noch von der Vorgängerkirche stammt. Den Auftrag erhielt der Künstler Wilhelm Hable, der lange Zeit in Meerbusch lebte (1962 bis 2009). Sein Entwurf stellt eine der Legenden des heiligen Nikolaus dar. Diese berichtet, dass der heilige Bischof von Myra drei Kinder, die auf dem Fluss trieben, vor dem Ertrinken rettete. Andere sehen in der Figurengruppe eine weitere Legende angesprochen. Diese handelt von drei zerstückelten und gepökelten Scholaren bzw. Kindern im Pökelfass, die vom Heiligen Nikolaus wieder zum Leben erweckt werden.

Nichts zu deuteln gibt es an dem Wasserobjekt in Nierst. Seit 2009 steht auf dem Platz vor der Alten Schule der Pajasbrunnen. Mit der traditionellen Figur, die am Rosenmontag die Bratwürste an den Haustüren einsammelt, bietet er eine Identifikation mit dem Nierster Karnevalsgeschehen. Mit diesem Objekt hat der Künstler Michael Franke seinen dritten Brunnen in Meerbusch verwirklicht. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Nierster Förderverein und dem Heimatkreis Lank.

Auch auf dem Platz vor der Alten Schule in Bösinghoven sprudelt es. Zwei Schulkinder aus Bronze, Gregor-Martin und Sophia, haben es sich an und auf einem Mäuerchen gemütlich gemacht und betrachten den Stein, aus dem Wasser plätschert. Die Szene soll daran erinnern, dass hier bis in die 1960er Jahre Schulkinder spielten. Die Idee und die Umsetzung stammt von der Künstlerin Renate Fellner. Gefördert wurde das Objekt unter anderem von den Schützen, dem Heimatkreis Lank und dem MKK.

Zwar keinen Brunnen, aber eine „Pferdetränke“ gibt es in Strümp. Das Objekt von Klaus Richter auf dem Platz Schmitterhof erinnert an den landwirtschaftlichen Hof mit Poststation, der erst in den 1960er Jahren abgerissen wurde. Seit 1534 wurden dort die Pferde der Postkutschen gewechselt – und auch getränkt.