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Heimatkreis Lank bringt „Dä Bott“ heraus

Heimatkreis Lank bringt „Dä Bott“ heraus

17 Autoren waren an dem Sammelband über Meerbuschs Denkmäler und Dönnekes beteiligt.

„Dä Bott“ wird immer professioneller und umfangreicher. 106 Seiten umfasst die Publikation des Heimatkreises Lank in diesem Jahr, die nicht mehr wie in früheren Jahren als Lose-Blatt-Sammlung, sondern in gebundener Form an die Vereinsmitglieder verteilt, aber auch zum Preis von fünf Euro verkauft wird. 17 Autoren sind für die historischen Recherchen und so manches Dönneken verantwortlich. „Das ist für Ehrenamtler eine beachtliche Leistung“, lobte Franz-Josef Jürgens, Geschäftsführer des Heimatkreises. „Dä Bott“ ist reich bebildert, erstmals sogar in Farbe.

Auf dem Deckblatt sind vier Denkmäler aus dem Amt Lank zu sehen: das Kriegerdenkmal des Jünglingsvereins, die Teloy-Mühle, das alte Fachwerkhaus, in dem sich heute die Gaststätte „La Pähd“ befindet und die Nierster Kapelle. Der zugehörige Artikel des Vereinsvorsitzenden Franz-Josef Radmacher unterstreicht, dass der Heimatkreis auf Geschichte und Tradition setzt. „Wir haben in 45 Jahren unseren Ort verschönert, Denkmäler erhalten und Skulpturen aufgestellt“, sagt er. Doch nicht alles, was der Heimatkreis als Denkmal ansieht, wird auch von den Behörden so eingeschätzt. So lehnte diese den Denkmalwert der Villa Löwenburg an der Gonellastraße ab. Die Historikerin Rosemarie Vogelsang widmet sich dem rund 130 Jahre alten Gebäude, das schon 1905 auf einer Postkarte von Lank prangte. Die namengebenden Löwen sind allerdings verschwunden. Lediglich eine Replik steht heute vor dem Haus.

Johannes Werner beschreibt die stimmigen Kirchenfenster von St. Martin in Langst-Kierst, die die sieben Sakramente und die Heiligen St. Bonifatius und St. Martin darstellen. Der Krefelder Glasmaler Josef Strater hat sie zwischen 1945 und 1955 entworfen. 2015 wurden sie durch Steinwürfe beschädigt und mussten renoviert werden. „Dä Bott“ berichtet aber auch über das Leben. Inge Grosse hat die Erinnerungen von Maria Platen aus den Jahren 1934 bis 1948 aufgezeichnet — eine entbehrungsreiche Zeit. Das junge Mädchen, das eigentlich davon geträumt hatte, Friseurin zu werden, musste im Lebensmittellädchen ihres Vaters helfen, ohne Entgelt, und wurde später zum Arbeitsdienst verpflichtet. Heu- und Flachsernte, Kinderbetreuung — alles auf Befehl.

Johannes Toups erinnert sich an den ersten St. Martinszug nach dem Zweiten Weltkrieg in Langst-Kierst. Er musste von der Militärregierung genehmigt werden. Der Geschichte der Stephanussiedlung haben Franz-Josef Forsen und Helga Ebner nachgespürt. Da es nach dem Krieg eine große Wohnungsnot in Lank gab, wurde eine Ortsgruppe des Verbands katholischer Siedler gegründet, der preiswerte Häuschen errichtete.

Auf ein interessantes Foto ist Jürgens gestoßen. Es zeigt, dass Lank um 1900 ein „Kaufhaus“ besaß. Gottfried Bößen, der im Bott über die Geschichte seiner Familie berichtet, erinnerte sich daran, dass dessen Inhaber Lorenz Reiners in den 20er Jahren in seinem Geschäft erschlagen wurde, was nie aufgeklärt wurde.