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Gutachten für Meerbuscher Bahnübergänge

Büderich : Gutachten gefordert

Der Bericht soll klären, wie die drei Knotenpunkte im Stadtgebiet organisiert werden können. Von dem Ergebnis hängt die Planung für den neuen Standort der Hauptfeuerwache ab.

(stz) Ein Gutachter soll untersuchen, welche Auswirkungen eine Verdichtung des Takts bei den Bahnen auf der K-Bahn-Trasse auf Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge im Einsatz, für Autos und Busse hat. Das hat der Planungsausschus beschlossen. Morgen entscheidet der Rat darüber (17 Uhr, Meerbusch-Gymnasium, Mönkesweg 58). Die Bahnen zwischen Krefeld und Düsseldorf sollen nämlich künftig alle zehn Minuten, morgens sogar alle fünf, fahren. Bisher liegt der Takt bei 20 Minuten.

Der Planungsausschuss hatte wegen dieser wichtigen Frage den Beschluss für den Grunderwerb und die Planung einer neuen Feuerwache im Norden von Büderich auf dem Gebiet der „Alten Ziegelei“ verschoben. Die Ergebnisse des Gutachtens sollen im ersten Quartel 2021 vorliegen. Darin sollen auch Lösungsvorschläge erarbeitet werden, wie durch technische, bauliche Maßnahmen oder alternative Erschließungen verhindert werden kann, dass es durch häufigere Schließung der Schranken zu vermehrtem Rückstau an beschrankten Kreuzungen kommt. Dies soll nun an allen relevanten Verkehrsknotenpunkten geprüft werden, neben Haus Meer auch Am Landsknecht sowie der Strümper Straße. Die Grünen sprachen sich gegen bauliche Maßnahmen aus und bevorzugen stattdessen eine technische Lösung. Eine Sprecherin der Rheinbahn erklärte, an Bahnübergängen räume der Gesetzgeber Schienenfahrzeugen immer oberste Priorität ein. Bei dem Bahnübergang am Haus Meer mit einer Bahnübergangs- und Straßensicherungsanlage müsse daher der Baulastträger (in dem Fall die Stadt) klären, „ob eine Anforderung der Feuerwehr in unsere Stellwerkstechnik integriert werden kann“. Allerdings sei weder bei der Rheinbahn noch bei anderen Verkehrsbetrieben eine Anforderung für Vorrang, die in die Stellwerkstechnik integriert ist, auf Anhieb bekannt.

Die Grünen wenden sich gegen bauliche Maßnahmen, weil der Rat bereits in der Vergangenheit den Bau einer Brücke an der betreffenden Stelle abgelehnt hatte. Die Gründe dafür hätten weiterhin Gültigkeit. Angesichts der hohen Kosten und der langen Planungszeiten für einen Tunnel sehen sie auch diese bauliche Lösung als nicht sinnvoll an.

Sie möchten, wie von der FDP vorgeschlagen, einen Gutachter beauftragen. Dieser soll geeignete Standorte für eine neue Feuer- und Rettungswache ermitteln. Die Liberalen verweisen darauf, dass zum Jahresende die Gültigkeit des Brandschutzbedarfsplans abläuft. Dieser muss spätestens alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Es biete sich an, dafür denselben Gutachter wie für die Standortsuche zu beauftragen, so die FDP. Sie verspricht sich davon Synergieeffekte und niedrigere Kosten. Da für das Verkehrsgutachten der Beschluss für die Planung der Wache bis Ende des ersten Quartals geschoben wurde, kann der neugewählte Rat entscheiden, ob am Standort festgehalten wird.