Grüne verunsichern Skaterpark-Projekt in Meerbusch

Skaterpark in Strümp : Grüne wollen Mountainbikes statt Skates

Auf dem für den Skatepark vorgesehen Areal soll eine Mountainbike-Anlage entsehen.

Ein Vorstoß der Grünen bringt erneut Unruhe in das seit Jahren umkämpfte Skaterpark-Projekt in Strümp. Auf dem Areal, auf dem die Skateranlage gebaut werden sollte, am Stümper Buschend, wollen die Grünen nun eine Mountainbike-Anlage installieren. Die Fraktion hat einen Antrag vorgelegt, in dem sie eine städtische Anlage für Mountainbiker im Rahmen der Meerbuscher Sportstättenentwicklung fordert. Gleichzeitig nehmen die Grünen Abstand von der Skateranlage. Der Antrag soll im nächsten Ausschuss für Schule und Sport (Dienstag, 3. Dezember, 17 Uhr, Dr. Franz-Schütz-Platz 1, Sitzungssaal) verhandelt werden.

Die Grünen begründen ihre Abkehr von der Skatepark-Idee damit, derzeit nicht die gegebenen Voraussetzungen für das Projekt zu sehen. „Seit vier Jahren wird diskutiert, aber die Beteiligten schaffen es nicht, an einem Strang zu ziehen“, sagt Fraktions-Chef Jürgen Peters. „Wir haben jahrelang versucht, das zu pushen, aber wenn wenn man auf zu viel Widerstand stößt, muss man es auch mal ruhen lassen.“ Als Konkurrenzprojekt zu der Skateanlage sieht er den Mountainbike-Vorstoß jedoch nicht.

Ulla Bundrock-Muhs, die mit ihrer Querkopf-Akademie Partizipation von Jugendlichen fördern will und seit Jahren auf den Skatepark hinarbeitet, ist entsetzt über die Entwicklungen: „Ich bin fassungslos“, so die ehemalige Lehrerin. Sie verstehe nicht, warum es nun zwei konkurrierende Ideen der Jugendlichen geben soll, anstatt, dass sich beide zusammentun. „Ich sehe da gar keinen Widerspruch, weshalb ich die gesamte Aktion überhaupt nicht verstehen kann“, so die Leiterin der Querkopf-Akademie.

Das Geld wird über eine Internetplattform gesammelt

Für den Skatepark hat die Initiative inzwischen 33 000 Euro von den insgesamt benötigten 400 000 Euro beisammen. An Unterstützern mangelt es dem Projekt nicht, viele Bürger, aber auch schon eine Kirchengemeinde haben sich für das Projekt ausgesprochen, so Bundrock-Muhs. Nach den Herbstferien plant sie eine Crowdfunding-Kampagne über die Summe von 20 000 Euro. Heißt: Das Geld wird über eine Internetplattform gesammelt. Auch der Golfclub Meerbusch wolle im Mai des nächsten Jahres ein Benefizturnier zugunsten des Skatepark veranstalten. Die Stadt hatte sich im vergangenen Jahr bereit erklärt, einen Eigenanteil von 80 000 Euro zu dem Projekt dazu zu geben, sollte der Großteil der Summe durch Sponsoren abgedeckt werden. Diese 80 000 Euro verplanen die Grünen jetzt für die Mountainbike-Anlage.

„Wir sind der Annahme, dass der Skatepark nicht in absehbarer Zeit realisierbar ist“, sagt Jürgen Peters, dazu gebe es zu unterschiedliche Auffassungen zwischen den Parteien. Gleichzeitig sei der Bedarf für die Mountainbike-Anlage da. „Die Skateanlage kann wieder aufgegriffen werden, wenn klare Finanzierungsgrundlagen gesichert sind“, heißt es in dem Antrag der Grünen. Für eine gute Skateanlage müsse man Geld in die Hand nehmen, so Peters. Um das neue Vorhaben umzusetzen, sollen Jugendliche miteinbezogen werden. Dass diese über die Mountainbike-Anlage so erfreut sein werden, bezweifelt Ulla Bundrock-Muhs, stattdessen seien sie ebenfalls „entsetzt“ über den Antrag. „Leider hat niemand mit den Jugendlichen der Skategruppe gesprochen, die darüber sehr irritiert sind und nun ihrerseits aktiv in die Kommunikation gehen
werden.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung