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Geschäftsleute helfen Kindern in Not

Geschäftsleute helfen Kindern in Not

Am Montagmorgen wurde ein Mädchen auf dem Schulweg von Fremden angesprochen. Die Händler reagieren mit einem Aufkleber.

Der Vorfall, der sich am Montagmorgen in Büderich ereignet hat, als ein siebenjähriges Mädchen von Fremden auf der Straße angesprochen wurde, hat die Geschäftsleute Bianca Decke und Andreas Galonska zum Handeln bewegt. Bald soll es einen Aufkleber geben, den Geschäftsleute in ihren Schaufenstern so platzieren, dass Kinder in Not das Motiv erkennen und wissen, dort wird ihnen geholfen.

Die Siebenjährige, die der Grund für diese Aktion ist, war morgens gegen kurz vor acht Uhr auf dem Weg zur Schule, als sie von einem fremden Paar angesprochen wurde. Laut Aussage des Mädchens wollten die beiden das Kind überreden, mit ihnen in den Bus zu steigen. Eine Zeugin, die das Kind und die Familie kennt, bemerkte den Vorfall und eilte dem Mädchen zur Hilfe. Sie sprach das fremde Paar an, das aber vorgab, kein Deutsch zu verstehen, und entzog ihnen schließlich das Kind. Das Mädchen wurde den Eltern wohlbehalten übergeben. Das Paar konnte im Bus Richtung Haus Meer verschwinden. Die Eltern informierten die Polizei.

Die Kripo versucht nun nähere Informationen zu den Hintergründen und zur Identität des beschriebenen Paares zu ermitteln. Zu dem Zweck befragte sie am Montag und gestern Zeugen des Vorfalls. Bianca Decke, Inhaberin eines Modegeschäfts an der Dorfstraße in Büderich, hatte daraufhin die Idee, für Kinder gut sichtbare Aufkleber in den Fensterscheiben anzubringen, und somit eine „Notinsel“ zu schaffen, wie Decke sagt. „Die Kinder sollen direkt wissen, hier wird geholfen, falls etwas ist“, sagt sie und betont: „So ein Sticker im Fenster tut doch keinem weh.“ Galonska, selber Vater von zwei Grundschulkindern, war so angetan von der Idee, dass er sich gleich darauf auf eigene Kosten an die Umsetzung machte. „Ich musste auf die Schnelle einen Layouter finden. Dabei hat mir die Internationale Schule in Neuss sehr geholfen, die direkt überzeugt war“, erklärt er. Der Layouter setzte Galonskas Entwurf um. Entstanden ist ein kinderfreundliches Motiv, das Hilfe signalisiert.

Der Plan ist nun, mit Schulen in Verbindung zu treten. „Am besten sollen die einzelnen Klassenlehrer den Kindern den Aufkleber zeigen und erklären, was es damit auf sich hat“, sagt Galonska. Mit der Mauritiusschule und der Gebrüder Grimm-Schule möchte Galonska als Erstes in Kontakt treten. Sollten die Schulen mitmachen und auch die Geschäftsinhaber die Aufkleber ins Schaufenster kleben, sei so ein Sicherheitsnetz geschaffen, das auch Eltern wieder ein wenig Ruhe verschaffen könnte. Decke: „Die Aktion soll ja auch dazu dienen, dass die Menschen ein bisschen aufmerksamer sind und darauf achten, was in der Stadt passiert.“ Galonska: „Auch wenn wir jetzt vielleicht zu viel Gas geben, ist besser, als wenn wir uns hinterher, wenn vielleicht etwas passiert ist, denken, hätten wir mal etwas gemacht.“