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Gefährliche Abkühlung: Feuerwehr Meerbusch warnt vor Schwimmen im Rhein

Gefährliche Abkühlung : Die Feuerwehr warnt vor den Gefahren im Rhein

Der Fluss ist an warmen Tagen für viele Leute ein Gratis-Freibad – ein gefährliches, sagen die Retter.

(ena) Zuletzt mussten 35 Kräfte der Feuerwehr Meerbusch abends am 29. Juni ausrücken, weil im Rhein bei Langst-Kierst eine treibende Person im Wasser gemeldet worden war. Glücklicherweise bestätigte sich diese Meldung nicht. Dennoch warnt die Feuerwehr nochmals eindringlich davor, im Rhein zu baden.

Wenn es in den nächsten Tagen wieder heiß wird, genießen viele Meerbuscher die Sonne an den Sandstränden und in den Buchten am Rhein. Hinzu kommt, dass in der Corona-Krise viele Leute ihren Urlaub nicht im Ausland, sondern zu Hause in Meerbusch verbringen. „Vor diesem Hintergrund möchten wir aber nochmals auf die Gefahren, die von einer Abkühlung im Rhein ausgehen, warnen“, sagt ein Sprecher der Meerbuscher Feuerwehr. Das Schwimmen im Rhein bedeute sowohl für Menschen als auch für Tiere absolute Lebensgefahr.

„Im Rhein gibt es extrem gefährliche Strömungen, bei denen der Sog so stark wirkt, dass er die Schwimmer bis auf den Grund zieht. Die Strömungen sind meist schon in Ufernähe unberechenbar und oft nicht zu erkennen“, betont er. Deshalb kann es gerade für Kinder schon gefährlich werden, nur in Ufernähe zu plantschen und mit den Füßen ins Wasser zu gehen.

Die Feuerwehr erklärt, was zu tun ist, falls doch etwas passiert: „Schwimmen Sie immer mit der Strömung. Selbst für geübte Schwimmer ist das Ankämpfen gegen die Strömung aussichtslos. Schwimmen Sie mit der Strömung ans Ufer und machen Sie durch lautes Rufen auf sich aufmerksam. Das ist Ihre einzige Überlebenschance.“

Wer jemanden im Rhein treiben sieht, sollte auf jeden Fall am Ufer bleiben. „Springen Sie nicht selbst in den Rhein“, warnt der Sprecher. „Melden Sie der Feuerwehr den Notfall unter der Rufnummer 112.“ Wichtig sei dabei, die genaue Position zu beachten. Dafür stehen am Ufer die großen Rheinstromkilometer-Tafeln. Weiter erklärt er: „Nennen Sie Straßen in der Nähe oder bekannte Örtlichkeiten, etwa die Flughafen-Brücke, den Fähranleger oder den Camping-Platz in Langst-Kierst.“

Nach Möglichkeit sollten Helfer in der Nähe der Person im Rhein bleiben und diese nicht aus den Augen lassen. Vielleicht kann diese sich festhalten oder sogar selbst aus dem Wasser retten. Dann sollten Zeugen nochmals den Notruf wählen und der Feuerwehr die Beobachtungen schildern. „Ist es nicht möglich, der Person zu folgen, sollten Zeugen an der Stelle auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten, wo sie das erste Mal die Feuerwehr alarmiert haben. Denn deren Angaben sind lebenswichtig und beschleunigen den Rettungseinsatz.“

Aber nicht nur der Fluss ist tückisch. Die Einsatzkräfte warnen auch vor Schwimmen im See: So gelte auch in Meerbuschs Seen besondere Achtsamkeit. Der Fachmann warnt: „Gehen Sie niemals alleine schwimmen und überschätzen Sie Ihr Können nicht. Das gilt besonders bei großer Hitze und körperlicher Anstrengung.“