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Fortuna-Schule: Talente wollen alle Profis werden

Fortuna-Schule: Talente wollen alle Profis werden

In der Fortuna-Schule feilen Kinder an ihren technischen Fähigkeiten.

Bösinghoven. Noah Haage muss nicht lange überlegen, wenn er nach seinem Vorbild gefragt wird: „Mein Opa“, sagt der Siebenjährige. „Heinz Esser heißt er, und er hat früher bei Alemania Aachen gespielt“, fährt der Torjäger der F-Jugend des SC Düsseldorf-West (30 Treffer in der vergangenen Saison) fort. Dennoch: „Später will ich natürlich mal bei Fortuna Düsseldorf spielen.“

Bis dahin hat Noah noch reichlich Zeit, in dieser Woche legt er aber womöglich eine wichtige Etappe auf seinem Weg zum künftigen Star zurück. Die Fortuna-Fußballschule gastiert beim TuS Bösinghoven auf der Sportanlage am Windmühlenweg und trainiert mit den Sechs- bis Zwölfjährigen „wie die Profis“.

„Ich habe viel gelernt in den drei Tagen“, berichtet Noah und denkt angestrengt nach, damit er nichts Wichtiges vergisst: „Dribbeln, Passen, Stoppen, Tunneln — und natürlich Tore schießen. Aber das konnte ich ja vorher schon“, sagt der Siebenjährige selbstbewusst.

Christian Reischke ist einer von drei Trainern, die sich in Bösinghoven um die zwölf Kinder kümmern. „Das Training mit dem Ball steht ganz klar im Vordergrund. Wir wollen niemand überfordern oder gar schleifen. Es soll vor allem Spaß machen“, sagt der lizenzierte Coach, der beim Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten ein festen Job hat.

„Die Fußballschule ist nur ein Teil meiner Arbeit, ich beschäftige mich zum Beispiel auch mit Leistungsdiagnostik im Juniorenbereich“, erläutert Reischke.

Bei dem Training der Fortuna sollen primär die technischen Fähigkeiten der jungen Talente gezielt geschult und verbessert werden. Nach dem dreitägigen Camp nehmen die Kinder aber auch jede Menge Erinnerungsstücke mit nach Hause: einen Ball, eine Urkunde, einen kompletten Trikotsatz „und nicht zuletzt zwei Eintrittskarten für das Spiel der Fortuna gegen 1860 München“, betont Reischke, der es mit bis zu 300 Kindern in der Saison zu tun hat.

„Wir gehen inzwischen schon dazu über, ausgebildete Trainer anderer Vereine zu engagieren, um den Andrang bewältigen zu können — obwohl die Anfragen eigentlich fast ausschließlich aus dem Großraum Düsseldorf kommen“, erklärt der Nachwuchscoach.

Nicht ausgeschlossen ist, dass der eine oder andere Spieler auch schon mal zum Probetraining eingeladen wird, um ihn für eine der Fortuna-Jugendmannschaften zu gewinnen. „Die Regel ist das aber nicht, dafür haben wir eine eigene Scouting-Abteilung“, so Reischke.