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Flüchtlinge ziehen aus Strümper Turnhalle aus

Flüchtlinge ziehen aus Strümper Turnhalle aus

Am Freitag wird die Notunterkunft geräumt. Dann soll der Sanierungsbedarf geprüft werden.

Eigentlich sollte die Turnhalle des Städtischen Meerbusch Gymnasiums in Strümp erst Ende September geräumt werden. Dort sind seit Monaten Flüchtlinge untergebracht und warten auf ihre individuelle Zuweisung in andere Kommunen. 400 Plätze hatte die Stadt dort geschaffen. Jetzt aber die aktuelle Nachricht: Die Halle wird schon in dieser Woche, am Freitag, frei. Das heißt: Nach entsprechender Renovierung kann dort in einigen Monaten wieder Schul- und Vereinssport stattfinden.

Mit der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Zuweisung kommunaler Flüchtlinge zuständig ist, hatte die Stadt nach Angaben von Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage unmittelbar vor der Sommerpause ein Szenario abgesprochen, wann und in welcher Anzahl Asylbewerber und Flüchtlinge aufgenommen werden. Dabei sei zahlenmäßig die Kapazität der Sporthalle des städtischen Mataré-Gymnasiums mit zu berücksichtigen gewesen, die bereits am 30. April aufgegeben worden ist. Dort wird bereits renoviert, Sportunterricht kann in Teilen seit einigen Wochen wieder stattfinden.

Insgesamt muss Meerbusch bis zum 30. September rund 220 Personen aufnehmen. Aktuell habe die Stadt freie Kapazitäten von 225 Plätzen, so die Bürgermeisterin in ihrer gestrigen Mitteilung. Die Unterkunft am Eisenbrand befinde sich im Bau, das erste Modul werde Anfang Oktober bezugsfertig sein.

Seit Ende Juli werden 15 Personen pro Woche aufgenommen. Da im ehemaligen Schulgebäude der städtischen Barbara-Gerretz-Schule vorrangig Familien untergebracht werden sollen, habe Mielke-Westerlage veranlasst, dass die Schlafräume kleinteiliger gestaltet würden. Das frühere Schulgebäude sei aber bisher noch nicht belegt.

In der Sporthalle des Meerbusch-Gymnasiums sind zurzeit 103 Flüchtlinge untergebracht. Wenn die Halle am Freitag geräumt wird, wird dort auch niemand mehr wohnen. Mielke-Westerlage: „Das Land verfügt zwischenzeitlich über eine ausreichende Kapazität in landeseigenen Einrichtungen.“ Ziel der Meerbuscher Stadtverwaltung sei es, die Hallen zeitnah wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung zu stellen. Jetzt müsse über ein Ingenieurbüro der Sanierungsbedarf festgestellt werden. Rund eine Million Euro kostet die Sanierung der Turnhalle am Mataré-Gymnasium. Das Land Nordrhein-Westfalen trägt rund die Hälfte dieser Sanierungskosten.