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Firmenporträt L. Huberti: Ketchup aus Pflaume oder Mango

Firmenporträt L. Huberti: Ketchup aus Pflaume oder Mango

Die L. Huberti GmbH produziert unter dem Markennamen Herr Edelmann ungewöhnliche Soßen.

Büderich. Wenn morgen rund ums Deutsche Eck groß gefeiert wird, sollte man sich eines nicht entgehen lassen: zum Gegrillten den Feinschmecker-Bio-Ketchup von Bernd Huberti kosten. Der ist aus Mango oder Pflaumen und nicht aus Tomaten, schmeckt aber keineswegs süß, sondern pikant.

„Das ist die Chili-Note“, verrät der Büdericher, der ansonsten jedoch auf vieles bewusst verzichtet: „Farb- und Konservierungsstoffe, Bindemittel, Geschmacksverstärker und Wasser“, zählt Huberti auf. Stattdessen setzt er auf 80 Prozent Fruchtmark — bei dem Mango-Ketchup etwa ausschließlich aus der indischen Alphonso-Mango — Rohrzucker, Branntweinessig, Meersalz und eine Prise Zimt.

Sein Unternehmen mit zwei Mitarbeitern und Firmensitz an der Hindenburgstraße wurde vor über 120 Jahren von Hubertis Großvater als Handelsagentur gegründet. Vater Ludwig machte später daraus die L. Huberti GmbH. Doch das Agenturgeschäft, der Handel mit Lebensmitteln, sei immer schwieriger geworden, berichtet Bernd Huberti, der 1991 das Ruder übernahm.

„Ich brauchte ein zweites Standbein“, sagt der 45-Jährige, der mit Fruchtmarks zu handeln begann. Der Durchbruch kam, als Fernsehkoch Johann Lafer auf seine Produkte aufmerksam wurde und sie in seinen Sendungen verwendete.

Als Bernd Huberti dann eines Abends in seiner Küche einen Fisch brutzelte, fehlte ihm die passende Soße dazu. Der Fruchtmarkexperte probierte ein wenig herum, und heraus kamen nach vielen Versuchen die beiden Varianten Mango und Pflaume, die er fortan unter dem Markennamen Herr Edelmann produzierte. „Ich habe es auch schon mit Feige versucht, aber das ging in die Hose“, erzählt der kulinarisch versierte Betriebswirt.

Der Import und deutschlandweite Vertrieb von Balsamico, Pesto oder Olivenöle unter dem Produktnamen Oro Italiano läuft parallel weiter, doch dem Herr-Edelmann-Ketchup gelte aktuell seine Aufmerksamkeit, sagt Huberti. Neben Deutschland — in Büderich gibt es die Soßen bei Edeka und Denn’s am Deutschen Eck sowie bei Bos Food — liefert er auch in die Schweiz und nach Österreich sowie neuerdings nach Russland.

„Das läuft wie am Schnürchen, die Russen sind überraschend geradlinig“, erklärt Huberti, der sich zudem von einem Messe-Auftritt in Dubai im Oktober viel verspricht.

Produziert und abgefüllt werden die 3,99 Euro teuren Soßen in der Nähe von Hannover, ein professionelles Labor versucht das, was Huberti an Rezepten in seiner Privatküche zusammengemixt hat, zur Marktreife zu bringen. Momentan hoch im Kurs — auch im Freundes- und Bekanntkreis — steht ein Tomaten-Ketchup, natürlich wieder mit hohem Fruchtmark-Anteil.

„Doch ist der Kunde später auch wirklich bereit, für ein entsprechendes hochwertiges Produkt ein paar Euro mehr zu zahlen?“, stellt der Geschäftsmann die Frage, die letztlich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. www.huberti-gmbh.de