1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Meerbusch

Firmen beklagen Baustellen-Sperrung

Firmen beklagen Baustellen-Sperrung

Die Sperrung der Düsseldorfer Straße bringt Büderich Stau und Verwirrung. Unternehmer ärgern sich, weil sie weniger Kunden verzeichnen.

Die Verkehrssituation durch die neue Böhlerstraße und die gesperrte Düsseldorfer Straße, die in Büderich zurzeit für eine Menge Stau sorgt, stellt Autofahrer und ansässige Firmen auf die Probe: Gerade will Geschäftsführer Charly Schellenberg davon berichten, wie sehr sein Autohaus unter der Baustelle vor der Tür leidet, da kommt ihm eine Kundin zuvor. „Eine Dreiviertelstunde habe ich gebraucht, um überhaupt hierher zu finden!“, sagt sie aufgebracht. Seit gut zwei Wochen geht das so, seitdem die Düsseldorfer Straße für Asphaltarbeiten gesperrt ist. Die Firmenzufahrten sind frei — allerdings nur von einer Seite: Von der neuen Böhlerstraße aus können die Unternehmen noch nicht erreicht werden.

Am Telefon müssen die Mitarbeiter vom Autohaus Krüger und Schellenberg immer wieder erklären, wie Kunden sie erreichen können. Einige drehen aus Verunsicherung dennoch vor der Tür um. Um das Autohaus zu erreichen, müssen sie mehrere Absperrungen mit Sackgassenschildern umfahren, nähern sich immer weiter der Baustelle, die Fahrbahndecke ist dort abgefräst, Bagger kreuzen die Straße. „Viele erkennen nicht, dass sie hier noch weiterfahren dürfen“, sagt Schellenberg. Laufkundschaft bleibe völlig aus, selbst der Paketservice habe aufgehört, sie zu beliefern, erklärt er. Dadurch fehlten wichtige Ersatzteile, um Aufträge erledigen zu können. „Diese Situation ist eine Katastrophe.“

Foto: Tanja Karrasch

Charly Schellenberg, Autohaus-Geschäftsführer

Was den Geschäftsführer auch nervt: Ständig verändern sich die Baustelle und die Absperrungen, ein Schema sei nicht zu erkennen. Es könne sein, dass Kunden auf dem Rückweg von einer Probefahrt nicht mehr auf das Firmengelände abbiegen könnten. Von der Stadtverwaltung Meerbusch fühlt er sich größtenteils mit dem Problem alleingelassen. Die hatte weiße Schilder aufgestellt, die auf die freien Zufahrten hinweisen. „Und dann haben sie gesagt, dass sie nicht mehr tun können.“

Auch der Autohändler „Lueg Sportivo“ und das Gartencenter „Bogie’s Pflanzenwelt“ sind von der Baustelle betroffen. Martin Bogie sieht die Situation mit gemischten Gefühlen: „Wir sind total froh, dass die Böhlerstraße endlich da ist“, sagt er. Und trotzdem: Für das aktuelle Tagesgeschäft gerade in der Woche sei die Baustelle natürlich schlimm, die Hälfte der Kunden komme aus dem Linksrheinischen — „die kommen so gar nicht zu uns“, sagt er. „Wir wissen aber, dass der Stadt die Hände gebunden sind.“ Bogie ist froh, „tolle Kunden zu haben“, die ihm trotz der schwierigen Anfahrt treu bleiben. Die rufen an und lassen sich den Weg genau erklären. Am Wochenende sei dafür im Moment mehr los, wenn mehr Zeit für eine entspannte Anfahrt bleibt.

Für die Baustelle selbst ist die Stadt Düsseldorf zuständig. „Die Arbeiten an der ehemaligen Kreuzung Böhlerstraße/Düsseldorfer Straße/Krefelder Straße dauern planmäßig noch bis Montag, 2. Juli, an“, erklärt Stadtsprecher Volker Paulat. Wenn die Sperrung dann aufgehoben wird, könnte sich auch die Situation auf der Neusser Straße wieder entspannen. Denn dort komme es zu Umleitungsverkehr, erklärt Paulat. Vor allem die neue Ampelschaltung am gesamten Knotenpunkt hatte viele Autofahrer verärgert, weil nur vier bis fünf Autos bei einer Grünphase durchfahren können. Auch ein Fall für die Stadt Düsseldorf: „Die Steuerung der Ampelanlagen wird derzeit noch optimiert“, verspricht Volker Paulat.