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Einkaufen nach Termin in Meerbusch

Handel in Meerbusch : Gespaltene Meinung zu „Click and Meet“

Seit Montag darf man auch in Meerbusch mit einem vorab vereinbarten Termin wieder shoppen gehen. Die Einzelhändler in Büderich sind froh über diesen ersten Schritt zurück in die Normalität.

Trotz des nasskalten Wetters herrscht am Dienstagvormittag ein reges Treiben auf der Dorfstraße in Büderich. Nach mehr als drei Monaten darf der Einzelhandel seit Beginn der Woche wieder seine Pforten öffnen. Ein Besuch vor Ort.

Anmelden zum Shoppen – das ist für Kunden wie Händler in Meerbusch noch etwas ungewohnt. Aber obwohl sich viele ein wenig verunsichert zeigen, wie sie mit den neuen Rahmenbedingungen umgehen sollen, hat das sogenannte Terminshopping vom Start weg wieder einige Kunden zurück in die Geschäfte gezogen. „Ich bestelle sehr ungerne im Internet, deshalb bin ich froh, dass ich wieder hier vor Ort einkaufen gehen kann“, sagt beispielsweise die Lörickerin Ingrid Schäfer, die sich einen neuen Damenduft in der Parfümerie Becker kauft.

Dort wird sie von gleich drei Mitarbeiterinnen begrüßt. Auf den ersten Blick wirkt das recht viel, wo doch aktuell nur fünf Kunden gleichzeitig eintreten dürfen. „Unsere Branche ist sehr beratungsintensiv – und wir wollen den Kunden den bestmöglichen Service anbieten“, erklärt Filialleiterin Sylvia Bäumer. Sie sei glücklich, nach der langen Wartezeit wieder – wenn auch unter den neuen Vorgaben – öffnen zu dürfen. „Wir haben den direkten Kontakt zu den Menschen und die gesamte Atmosphäre wahnsinnig vermisst.“

Das geht auch vielen anderen Kollegen auf der Dorfstraße so. „Die Lust und die Motivation, wieder Menschen empfangen und direkt etwas an sie verkaufen zu dürfen, ist riesig“, sagt Rafaela Aziz, Inhaberin von Campus Damenmoden. Sie ist froh, dass sie „zahlreiche treue Stammkundinnen“ hat. „Viele von ihnen, haben gleich einen Termin vereinbart“, berichtet Aziz, die auf Grund der kleinen Verkaufsfläche momentan nur einen Kunden in ihrem Laden empfangen darf. „Es ist natürlich nur ein erster Schritt zurück in die Normalität, aber es ist definitiv besser als nichts“, sagt sie.

Spielzeughändler hätte sich den Re-Start viel früher gewünscht

Spielzeughändler Alexander Mous hätte sich den Re-Start schon viel früher gewünscht. „Wie viele meiner Kollegen auch haben wir ein funktionierendes Hygienekonzept, daher sind wir mehr als bereit für diesen nächsten Schritt.“ Zwar rechne er nicht mit einem gewöhnlichen Umsatz, doch er sei erst einmal froh, überhaupt wieder persönlichen Kundenkontakt zu haben.

Jutta Schaller, Shopleiterin im Modegeschäft Prange, ist mit den ersten beiden Tagen der Widereröffnung zufrieden: „Die Kunden nehmen das Angebot besser an als erwartet. Entweder vereinbaren sie einen Termin oder kommen spontan rein, wenn ohnehin gerade ein Zeitfenster frei ist.“

Weniger positiv fällt das Fazit von Martina Demmer aus, die mit „Coco“, „Rosa“ und „Cara“ gleich drei Geschäfte in Büderich betreibt. „Natürlich sind wir froh, wieder öffnen zu dürfen und Kundenkontakt zu haben. Aber wir sehen das Terminshopping eher als Kundenservice an.“ Denn Gewinne werfe „Click and Meet“ für sie nicht ab.

Auch für ihre Kunden sieht sie darin kein Wohlfühlerlebnis. „Die meisten möchten sich ungezwungen umschauen und dann entscheiden, ob sie etwas kaufen möchten. Das Terminshopping erzeugt bei vielen ein unangenehmes Gefühl, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen, etwas erwerben zu müssen“, meint sie.

Zudem habe sie durch die monatelange Schließung zuletzt keinen Cent verdient – das wirke sich nun auf das Sortiment aus. Demmer: „Ich hoffe sehr, dass die Kunden Verständnis dafür haben, dass unsere Angebotspalette aktuell nicht ganz so üppig ausfällt wie sonst.“