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Einbruchsschutz: „Mechanik ist wichtiger als Elektronik“

Einbruchsschutz: „Mechanik ist wichtiger als Elektronik“

Polizei und Stadt klären am Info-Mobil in Büderich über Einbruchsschutz auf.

Meerbusch. Fast alle zwei Minuten geschieht in Deutschland statistisch gesehen ein Einbruch. Wie leicht es geht, mit einem gewöhnlichen Schraubenzieher ein vermeintlich sicher verschlossenes Fenster gewaltsam zu öffnen, demonstriert Jochen Hilgers vom Kriminalkommissariat Prävention und Opferschutz Dienswtagnachmittag am Info-Mobil der Polizei auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz. Nur wenige Sekunden benötigt der Beamte, und schon wäre im Ernstfall der Weg frei für einen Täter. „80 Prozent aller Einbrecher wählen den Weg durch das Fenster, um ins Haus zu kommen“, sagt Hilgers.

Hintergrund der Initiative von Stadt und Polizei für mehr Einbruchsschutz ist die landesweite Aktion „Riegel vor! Sicher ist sicherer“. Und zumindest die Büdericher kommen gestern zahlreich zu der Demonstration an der Stadtbücherei, stellen gezielte Fragen und informieren sich eingehend über einbruchhemmende Fensterbeschläge, Bandseitensicherungen oder abschließbare Fensterstangenschlösser.

„Die Mechanik ist dabei wichtiger als die Elektronik. Das Ausmerzen möglicher Schwachstellen bei Fenstern und Türen steht in der Regel vor der möglichen Installation einer Alarmanlage“, betont Hilgers und sagt auch gleich, warum: „Der Täter soll schon an der Außenhaut des Hauses gestoppt werden.“

„Viele Einbrecher lassen von ihrem Vorhaben ab, wenn sie durch qualitativ hochwertige sicherungstechnische Einrichtungen aufgehalten werden“, weiß Hilgers aus Erfahrung. Wichtig sei, dass man bei einer möglichen Nachrüstung eine Kombination aus Norm und Herstellervorschrift beachte. „Aber auch der Vermieter muss seine Zustimmung geben“, erklärt der Polizist, der von Selbstmontage dringend abrät: „Lassen sie das lieber den Fachmann machen.“

Hilgers Kollege Christoph Kaiser schätzt, dass eine Nachrüstung bei kleineren Fenstern um die 200 Euro, bei Terrassenfenstern eher 300 Euro kosten würde. „Es ist jedoch auch immer die Frage, ob ich dazu bereit bin, jedes Fenster nach dem Lüften wieder zu verriegeln. Wer zu bequem ist, kann sich das Geld lieber gleich sparen.“

Die Polizei biete zudem an, sich vor Ort ein Bild zu machen und kostenlos Empfehlungen auszusprechen. „Bei einer Mietwohnung im fünften Stock reichen jedoch oft auch ein paar telefonische Tipps aus, oder wir verweisen den Anrufer an unsere Beratungsstelle“, so Kaiser. Er und seine Kollegen würden sich ständig fortbilden und stünden im Austausch mit Kollegen anderer Tätigkeitsbereiche. Kaiser: „Wenn es neue Einbruchsmethoden gibt, wissen wir davon.“