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Dorfstraße ist als Einbahnstraße nicht geeignet

Dorfstraße ist als Einbahnstraße nicht geeignet

Straßennetz nicht leistungsfähig genug: Verkehrsgutachter erteilt Gedankenspiel eine Absage.

Büderich. Wie er den Verkehr im Büdericher Zentrum auch drehte und wendete, das Ergebnis war für den Gutachter Wolfgang Christ am Ende eindeutig: „Die Dorfstraße eignet sich nicht für eine Einbahnstraßenregelung“, teilte er dem Bau- und Umweltausschuss am Donnerstagabend mit. „Ich hätte Ihnen gerne eine andere Antwort gegeben.“

Das Verkehrsaufkommen morgens und vor allem nachmittags sei hoch, Rückstaus an den Ampeln und damit Wartezeiten, die heute bereits existierten, würden sich deutlich verlängern und jede zusätzliche Belastung der L137 müsse dringend vermieden werden, zählte Christ auf.

Beispielhaft kritisch sei die Ecke Dorfstraße/Brühler Weg/Am Fronhof. Der Abbiegeverkehr vom Landsknecht kommend in den Brühler Weg hinein müsse Fußgänger und Radfahrer berücksichtigen, das Konfliktpotenzial sei hoch. „In den Knotenpunkten würden Sie ganz große Probleme bekommen“, so Christ. Die Ausweichrouten parallel zur Dorfstraße — also beispielsweise Büdericher Allee, Friedenstraße, Poststraße, Kanzlei und Dülsweg —, die die Autofahrer suchen würden, seien für solch zusätzliche Belastungen nicht geeignet, urteilte Gutachter Christ.

Beispielhaft sei da der Brühler Weg mit schmaler Fahrbahn wegen parkender Fahrzeuge, Gegenverkehr, Bussen und Haltestellen sowie Radfahrern: Verbesserungen seien möglicherweise durch Parkverbote, neue Vorfahrtsregeln, eine Verlegung der ÖPNV-Haltestellen („wohin auch immer“) erreichbar. Doch dadurch wird das Problem in Augen von Christ nur verschoben.

Das Fazit des Verkehrsgutachters ist unmissverständlich: „Eine Erklärung der Dorfstraße zur Einbahnstraße stellt aus verkehrstechnischer Sicht keine akzeptable Lösung dar und kann insofern nicht empfohlen werden.“

„Das Ergebnis enttäuscht mich“, meinte Bernd Schumacher-Adams (FDP). Er vermisste wie andere Ausschussmitglieder auch die Suche nach Lösungen — beispielsweise eine nach Tageszeiten und Richtungsbelastungen wechselnde Einbahnstraßenregelung auf der Dorfstraße, Parkverbote am Straßenrand (Joris Mocka, Grüne) oder Geschwindigkeitsbegrenzungen (Thomas Gabernig, FDP). Schwer durchsetzbar oder nicht ausreichend, um das Kernproblem vor Ort zu lösen, meint jedoch Christ. „Einbahnstraßen erzeugen immer Mehrverkehr, und man sieht, dass keine Reserven da sind.“

Schumacher-Adams konnte dem vorausgesagten erheblichen Rückstau an den Knotenpunkten im Büdericher Zentrum sarkastisch durchaus Gutes abgewinnen: „Wenn die Fahrer lange genug an der Ampel stehen, fährt der Durchgangsverkehr vielleicht endlich über die Autobahn.“