Doppel-Konverter in Frimmersdorf: "Ein Stück aus dem Tollhaus"

Doppel-Konverter in Frimmersdorf: "Ein Stück aus dem Tollhaus"

Rainer Thiel (SPD) plädiert entschieden gegen einen Standort Frimmersdorf.

Osterath. In den kommenden Wochen werden im Bundestag die Weichen für die Entwicklung des Netzausbaus gestellt. Am Monatg fand die Expertenanhörung zum Bundesnetzplan statt. Auch NRW wird sich zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Planungsverfahren befassen.

Aus diesem Grund besuchte SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel am Montag Osterath und machte sich ein Bild von dem viel diskutierten Standort für einen Doppel-Konverter. Prinzipiell spricht sich Thiel für eine bundeseinheitliche Lösung aus, bei der nicht zuletzt ein erweiterter Raumkorridor bei der Suche nach einem alternativen Standort gesetzlich festgeschrieben wird. „Da wurden bisher grobe Fehler gemacht. Das war eher ein Stück aus dem Tollhaus. Was wir brauchen, ist eine Art Masterplan für die Energiewende.“

Was der Ex-Meerbuscher, der seit 20 Jahren in Grevenbroich wohnt, jedoch rigoros ablehnt, ist die Verlagerung des Konverterstandortes von Osterath nach Frimmersdorf in die Nähe der BoA-Kraftwerksblöcke. „Nach Abschaltung der alten Blöcke sollen dort Ersatz-Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein Konverter bringt aber keine Arbeitsplätze“, sagt Thiel. Außerdem fehle ein Netzverknüpfungspunkt. Und: „Es wird immer so getan, als gebe es in Frimmersdorf keine Wohnbebauung, die tangiert ist. Das ist natürlich totaler Quatsch.“

Die Ansicht, dass ein Doppel-Konverter zur Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom (und umgekehrt) womöglich gar nicht benötigt werde, hält er für kontraproduktiv: „Dann wird NRW, wenn die Energiewende vollzogen ist, zum Strom-Transitland.“

Aus diesem Blickwinkel hatten die Meerbuscher Parteikolleginnen Heidemarie Niegeloh und Nicole Niederdellmann-Siemes die Thematik noch nicht betrachtet. Absolut einig ist sich das Trio allerdings in einem Punkt: Benötigt werde ein transparentes Verfahren, das nicht allein wirtschaftliche und technische Gesichtspunkte berücksichtige. „Und wenn das bedeutet, dass teure Stichleitungen benötigt werden, dann muss dieses Geld eben investiert werden“, fordert Niederdellmann-Siemes.

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