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Diese Villen in Meerbusch stehen unter Denkmalschutz

Geschichte der Gartenstadt : Villa des Schauspielers Paul Henckels unter Denkmalschutz

Zwei Wohnhäuser dokumentieren die Zeit, in der die Gartenstadt entstand. Ein Gebäude hat der Schauspieler Paul Henckels gebaut, der durch den Film „Die Feuerzangenbowle“ berühmt wurde.

(stz) Im Villenviertel Gartenstadt Meererbusch hat der Kulturausschuss nun zwei Häuser als Denkmal eintragen lassen. Es handelt sich auf der Hindenburgstraße um Häuser, die sich in Höhe der Kreuzung Am Wald gegenüberstehen. Sie dokumentierten über ihre zeittypische architektonische Gestaltung, den authentischen Erhaltungszustand und die Lage in Verbindung mit den benachbarten Wohnhäusern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts den historischen Entstehungsprozess der Gartenstadt Meererbusch, heißt es im Gutachten der Denkmalschutzbehörde des LVR.

Die Entstehung der Gartenstadt Meererbusch reicht ins Jahr 1907 zurück, als Friedrich von der Leyen zu Bloemersheim, Besitzer ausgedehnter Ländereien im Norden Düsseldorfs, den Architekten Fritz August Breuhaus mit der Planung einer Siedlung in Büderich beauftragte, um aus seinen Ländereien eine bessere Rendite zu erwirtschaften. Zunächst wurde ein Lageplan der projektierten Villenkolonie angefertigt, der bereits die Grundstruktur der späteren Gartenstadt südöstlich der heutigen Moerser Straße vorsah. 1912 wurde das Areal nach Genehmigung durch den Regierungspräsidenten in Düsseldorf als Bauland ausgewiesen. Im selben Jahr wurde eines der beiden Wohnhäuser errichtet, es zählt somit zu den frühesten Bauten der Gartenstadt Meererbusch. Die Gartenstadt Meererbusch lag strategisch äußerst günstig in unmittelbarer Nähe zur Rheinbahnhaltestelle „Forsthaus Meer“, sodass die Stadtmitte Düsseldorfs in 20 Minuten zu erreichen war.

Bauherr dieses Hauses war übrigens der Schauspieler Paul Henckels. Er wurde durch seine Rolle als Professor Bömmel im Film „Die Feuerzangenbowle“ bekannt. Am 15. Juni 1912 hatte er beim Bürgermeisteramt Büderich den Antrag zur Errichtung eines Wohnhausneubaus nach Entwürfen des Architekten Fritz August Breuhaus eingereicht. Die Bauerlaubnis wurde am 1. Juli 1912 erteilt. In einem Schreiben vom 10. Dezember 1912 informierte der Architekt die Bauverwaltung, dass das Landhaus Henckels fertig gestellt sei, und bat um einen Termin für die Schlussabnahme.

Arthur Proschek starb nach kurzer Krankheit im Februar 1937

Das andere Haus wurde zwischen 1924 und 1925 nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Fritz Hillebrand für Arthur Proschek errichtet. Proschek wurde 1917 die kaufmännische Leitung des neu errichteten Böhlerwerks in Büderich übertragen, ab 1920 war er dort kaufmännischer Direktor. 1921 wurde Proschek zum stellvertretenden Vorsitzenden und 1929 zum Vorsitzenden des Edelstahl-Verbands ernannt. Nachdem er am 6. Februar 1937 überraschend nach kurzer Krankheit starb, erschien In der Zeitschrift „Stahl und Eisen“ ein Nachruf, in dem der Autor auch das Wohnhaus in Meererbusch erwähnte: „Draußen in Meererbusch bei Büderich steht das Haus, das er sich vor zehn Jahren erbaut hatte. Ein Garten umgibt es, mit weiter Rasenfläche und schlank gewachsenen Bäumen. Im Frühjahr blüht der Garten auf, und den Sommer über will dieses Blütenmeer, ständig blühend, verblühend und wieder neu erblühend. (...) Wer hier einmal Arthur Proschek erlebte, im Kreise von Gattin, Tochter, Schwiegersohn und Enkeln, der wußte, auf welchem Boden er sein Haus gebaut und aus welchen Wurzeln er die Kraft zog, die ihn den Alltagskampf bestehen ließ.“

(stz)