Die Mönter-Ära in Meerbusch geht zu Ende

Meerbuscher Kultur : Konzert beschließt Jahrzehnte voll lebendiger Kultur

Nach der heutigen Veranstaltung ist Schluss mit der „Kulturmühle“. Konrad Mönter setzt sich zur Ruhe.

Die Meerbuscher Kulturszene ohne Konrad Mönter und sein Buch- und Kunstkabinett? Das scheint unvorstellbar. Und doch wird dieses Szenario in wenigen Tagen Realität. Das Konzert am Freitag, 17. Januar, 19 Uhr, markiert das Ende der anspruchsvoll besetzten Veranstaltungsreihe.

Sie brachte neben 202 klassischen Konzerten, rund 300 Ausstellungen mit den Werken nationaler und internationaler Künstler sowie zahlreichen Lesungen bekannter Autoren wie Christine Westermann, Joachim Gauck, Lev Kopelew oder Martin Walser ein breites Kulturangebot nach Osterath. Insgesamt hat sich Konrad Mönter über 36 Jahre intensiv für kulturelle Belange eingesetzt: „Alles ohne öffentliche Mittel“, sagt er.

Hochkarätige Kulturschaffende wie Martin Walser waren bei Konrad Mönter (l.) zu Gast. Foto: Dackweiler, Ulli (ud)

Mönter war 2011 Meerbuschs „Unternehmer des Jahres“

Sein kulturelles Engagement fand in zahlreichen Auszeichnungen und Grußworten große Anerkennung. Unter anderem wurde er 2011 in Meerbusch zum „Unternehmer des Jahres“ gewählt und konnte sich 2013 über lobende Aussagen wie „er schuf ein Buch- und Kunstkabinett, das in der Stadt und in der gesamten Region einen Namen hat“ von der damaligen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft freuen. Außerdem wurde die Buchhandlung für den „Deutschen Buchhandlungspreis 2015“ als „hervorragende Buchhandlung und ausgezeichneter Ort der Kultur“ nominiert.

Weiter ging es 2018 mit den Dankesworten der NRW-Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer, über den Welttag des Buches und Mönters damit verbundenes Engagement für Schüler. Und auch ein Fernsehsender nahm sich unter dem Titel „Ein Leben für die Bücher“ der Aktivitäten von Konrad Mönter an.

Jetzt, im 87. Lebensjahr, hat er sich entschlossen, seinem Leben eine Wendung zu geben. „Ich habe das schon länger geplant. Aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um alles abzuwickeln“, sagt er. Schließlich verfügt das Buch- und Kunstkabinett über eine umfangreiche Sammlung: „Unter anderem haben wir über die vielen Jahre junge Künstler durch Ankäufe unterstützt.“ Mönter wiederum erhielt vor allem in der Anfangsphase große Unterstützung von seiner Ehefrau Gertrud und seinen drei Kindern. „Aber heute sind die Kinder erfolgreich in ihren Berufen in der Welt unterwegs“, erklärt Mönter.

Ein Nachfolger, der die von ihm geprägte „Kulturmühle“ übernimmt, wurde nicht gefunden. Bereits geplante Veranstaltungen werden abgesagt, die Buchhandlung selbst bleibt vorerst geöffnet: „Ich hoffe, dass ich von den Meerbuschern unterstützt werde und die Buchvorräte schmelzen“, sagt Mönter.

Wie sein neues Leben aussehen wird, steht noch nicht fest. Auf jeden Fall werden Stichworte – sie sind auch auf seiner Website zu finden – wie „Hüter der vergessenen Bücher“, „das Buch- und Kunstkabinett ist ein Gesamtkunstwerk“, „Ein Leben voller Leidenschaft für Bücher“ oder „Unternehmer mit Vorbildcharakter“ im Gedächtnis bleiben und an diese Jahrzehnte erinnern. „Die unterschiedlichen Begegnungen haben Spuren hinterlassen“, sagt Mönter und schaut mit ein wenig Wehmut auf die vergangene Zeit zurück.

Er verabschiedet sich am Freitag, 19 Uhr, von der Veranstaltungsreihe mit dem Klavierkonzert (Aleksandra Mikulska) „Im Rausch des Tanzes“ und Werken von Bach und Chopin: „Ich freue mich auf großartiges Publikum.“ Er zitiert Lale Andersen: „Zum Abschied reich‘ ich dir die Hände und sage leise ‚auf Wiedersehen‘.“

www.konradmoenter.de