Die Meerbuscher Müllmenge sinkt

Die Meerbuscher Müllmenge sinkt

Im Rhein-Kreis ist Meerbusch bei der Bioabfall-Menge spitze. Eine Erhöhung der Abfallgebühren wird es wohl nicht geben.

Ein Kleinwagen wiegt rund eine Tonne. Vielleicht hilft dieses Wissen dabei, sich die Menge an Müll vorzustellen, den die Bürger Meerbuschs im Jahr 2017 produziert haben: 27 843 Tonnen Abfall. Damit ist die Menge auch 2017 gesunken, dieser Trend zeichnet sich seit Jahren ab.

Im Vergleich zum Vorjahr produzierten die Meerbuscher 3,1 Prozent weniger Müll, das sind 881 Tonnen. „Und das bei weiterhin steigenden Einwohnerzahl“, sagt Dana Frey vom Fachbereich Umwelt der Stadt. Umgerechnet hat jeder Einwohner damit 18,4 Kilo weniger Müll produziert als 2016. Den größten Teil der Abfallmenge machen die Restabfälle aus, mit 10 184 Tonnen (36 Prozent) des Gesamtabfalls. Pro Person warfen die Meerbuscher 183,7 Kilo Restmüll in den Abfalleimer.

Dieses Ergebnis ist im Vergleich zum Rhein-Kreis niedrig. Es liegt um 13,4 Prozent unter Kreisdurchschnitt, teilt die Stadtverwaltung mit. 6326 Tonnen Bioabfälle wurden 2017 in Meerbusch produziert, 114,1 Kilo pro Bürger. Ein sehr positives Ergebnis, erklärt Dana Frey. „Damit sind wir Spitzenreiter im Kreis, die anderen trennen nicht so gut wie wir“, lobt Frey. Bio- und Restmüll machen somit mehr als die Hälfte der Gesamtabfälle aus (59 Prozent). Auch die Menge der Grünabfälle (1695 Tonnen) sei im Kreisvergleich groß, wenn auch im Hinblick auf 2016 um 7,1 Prozent gesunken. Die Abfallmengen gerade bei den Grünabfällen seien stark witterungsabhängig. Doch auch bei den Leichtverpackungen, beim Altpapier und beim Elektroschrott liegt Meerbusch über dem Kreisdurchschnitt. Frey: „Die Meerbuscher schmeißen nicht einfach alles in eine Mülltonne.“

Bei allen Abfallarten außer dem Sperrgut gab es weniger Müll. 20,1 Kilo Altglas produzierten die Meerbuscher zum Beispiel durchschnittlich im Jahr 2017, das sind sieben Kilo und 25,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Restabfällen waren es 2,4 Kilo weniger pro Einwohner, beim Biomüll 2,7 Kilo weniger und bei den Leichtverpackungen 1,3 Kilo weniger. Beim Sperrgut ist das Abfallaufkommen um 1,6 Prozent und um 0,4 Kilo pro Einwohner gestiegen. Auch das sei eine positive Nachricht, heißt es von der Stadt. „Das heißt, dass das Angebot des Wertstoffhofs gut angenommen wird, dass diese Abfälle nicht einfach in der Tonne entsorgt werden“, sagt Frey. Dort werden Holz, Bauschutt oder Baumischabfälle angenommen.

Das Altpapier, das in den Depotcontainern und auf dem Wertstoffhof von der Stadt eingesammelt wird, wird übrigens zur Wertstoffsortieranlage des Rhein-Kreises transportiert. Davon profitieren auch die Bürger, denn mit dem Verkauf dieser Altpapiermengen erzielt die Stadt Erlöse, die die Gebühren stabil halten sollen. Die Erlöse durch das Altpapier, was in den blauen Tonnen eingesammelt wird, fließen hingegen nicht in die Abfallgebühren und werden privatwirtschaftlich verwendet.

Die Abfallstatistik ist für die Stadt Kontrollinstrument und Grundlage für die Kalkulation der Abfallgebühren. Sie helfe dabei, bisherige Regelungen zu überprüfen und neue umweltpolitische Entscheidungen zu treffen, heißt es von der Verwaltung. Angesichts der aktuellen Statistik, die gestern auch im Bauausschuss vorgestellt wurde, ist Dana Frey zuversichtlich, dass eine Erhöhung der Abfallgebühren nicht nötig wird. Genau könne man das erst nach der Betriebsabrechnung Ende des Jahres sagen. „Aber die Zahlen halten sich seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau, das gibt uns den Hinweis, dass unser Abfallsystem gut ist. Es sieht gut aus, dass wir auch im nächsten Jahr die Abfallgebühren nicht erhöhen werden, wenn es sich so weiter entwickelt.“

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