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Die ersten Familien wohnen im Parkquartier

Die ersten Familien wohnen im Parkquartier

Es kehrt Leben ein auf dem Ostara-Gelände. Drei zugezogene Familien berichten.

Noch sind die Arbeiten auf dem 140 000 Quadratmeter großen Areal nicht abgeschlossen: Seit Ende 2014 lässt die niederländische Ten-Brinke-Gruppe Bagger anrollen. Rund 105 Häuser und 188 Wohnungen sollen im „Parkquartier Osterath“ entstehen.

An einigen Fassaden lehnt ein Gerüst, zwischen dem Edeka-Supermarkt und Wohngebiet ist ein Erdloch ausgebuddelt, Krane ragen hervor. Doch mitten auf der Baustelle sind bereits mehrere Häuser bezogen. Wenn ein Türschild bislang fehlt, hängt ein Zettel mit Hausnummer und Nachname am Küchenfenster.

Vor einer Doppelhaushälfte stapelt sich Rollrasen. „Der Rasen wird verlegt und die Terrasse verlängert“, sagt Kamran Alimardani. Seine Frau und sein dreijähriger Sohn sind beim Einkauf. Zwei Handwerker helfen Alimardani. Seit Juli wohnt die Familie in Osterath, gab eine Wohnung in Düsseldorf-Derendorf auf. Alimardani sagt: „Die Gegend im Parkquartier ist ruhiger. Zwei Supermärkte, Autobahnzufahrt und Bahnhaltestellen sind in der Nähe.“ Das neue Zuhause hat eine Wohnfläche von 166 Quadratmetern. „Das Grundstück umfasst etwa 260 Quadratmeter“, sagt der 41-Jährige. „Es gibt genug Platz für die Kinder.“ Kinder? „Vielleicht kommt Nachwuchs hinzu.“

Auch die Familie Matharu lebte zuvor in Düsseldorf. Mitte Juni zog sie in ein Reihenhaus im Parkquartier. Sukhdev Singh Matharu musste anders als sein Nachbar den Rasen schon mähen: „Die Wohnung in Unterrath hatte nur 90 Quadratmeter. Wir hatten keinen Garten“, erzählt der 45-Jährige. Nun sind es 140 Quadratmeter Wohnfläche. Der 16-jährige Santnaman und der zehnjährige Raunakdeep müssen sich kein Zimmer mehr teilen. Der eine kann seins blau anstreichen, der andere grün. Die zwei Söhne besuchen Schulen in Düsseldorf: „Mein Bruder braucht nur die U 76 zu nehmen. Ich muss umsteigen. Schule und Freunde sind zwar weiter weg“, sagt Santnaman. „Aber ein eigenes Haus zu haben, das ist schon besser.“

Den Wunsch vom Eigenheim hat sich die Familie 2014 mit dem Kauf erfüllt. Mutter Tejinder Kaur Matharu ist zufrieden: „Es gibt kaum Flug- und Bahnlärm.“ Bei der U 76 wäre es sogar ideal, die Bahn würde unter der Woche im Zehn-Minuten-Takt fahren.

Sukhdev Singh Matharu freut sich, Kontakte mit anderen Neulingen auf dem Osterather Gelände zu knüpfen. Er ist Mitglied im Internetforum „Parkquartier Meerbusch“. Themen sind der Entwicklungsstand des Areals, Kommunikationstechnik oder Handwerkertipps.

Die Gärten sind derzeit recht offen, die Zaunhecken noch nicht hochgewachsen. Bei den Hellmanns sieht man das Trampolin, auf dem die vierjährige Tochter Finja turnt. Thomas (41), Melanie (36) und Finja Hellmann wohnen seit April im neuen Haus: „Die Drei-Zimmer-Wohnung in Osterath wurde zu klein“, erzählt Thomas Hellmann. Jetzt gehören der Familie 280 Quadratmeter. Der Wohnort Osterath sollte bleiben. „Dass in dem Quartier viele junge Familien hinziehen, ist ein positiver Nebeneffekt“, sagt Thomas Hellmann. Im Haus sind noch Kleinigkeiten zu erledigen wie Gardinen und Abschlussleisten anbringen. Es liegt direkt am Winklerweg. Thomas Hellmann sagt: „Besonders laut ist der Verkehr nicht. Die Fenster sind verstärkt gedämmt.“