Die Cents summieren sich für das Mütterzentrum

Die Cents summieren sich für das Mütterzentrum

Kleiner Verzicht, große Wirkung für Sozialprojekt.

Meerbusch. Die sogenannte Centspende der Beschäftigten der Stadt Meerbusch geht in diesem Jahr an das Awo-Mütterzentrum Büderich-Süd. Die Personalratsvorsitzenden Ulrich Mombartz und Thomas Cieslik übergaben Svetlana Schatrauke, der Leiterin des Mütterzentrums, jetzt 1424,15 Euro.

Seit 1988 spenden Mitarbeiter der Stadtverwaltung von ihrem Gehalt die Centbeträge hinter dem Komma für einen sozialen Zweck, den der Personalrat auswählt. Die Hospizbewegung, das Blindenheim in Strümp, die Bürgerstiftung Meerbusch und auch die Jugendfarm Arche Noah profitierten schon davon. „Wir sind stolz auf unsere Kollegen“, so Ulrich Mombartz. „Dieser kleine Verzicht tut dem Einzelnen nicht weh, kann aber vereint mit vielen nützliche Hilfe leisten.“

Seit November letzten Jahres betreibt die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss das Mütter-Kind-Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund in einer ehemaligen Wohnung am Böhlerhof 4. Die Einrichtung versteht sich als Ergänzung zur Awo-Begegnungsstätte Am Kapittelsbusch gleich nebenan. „Die Menschen hier brauchen Beratung und einen Punkt, wo sie sich zwanglos treffen können“, so Awo-Fachbereichsleiterin Gabriele Grebing.

„Niederschwellige Angebote“ nennen die Sozialpädagogen Projekte wie diese. Das Zentrum berät junge Mütter in Erziehungs-, Gesundheits- und hauswirtschaftlichen Fragen, bietet Sprachkurse und Gesprächskreise, hilft beim Umgang mit Ämtern und Behörden.

„Wir wollen Ängste abbauen und Vertrauen schaffen“, sagt Svetlana Schatrauke, die selbst aus Russland stammt. Gerade junge Mütter aus ihrer Heimat hätten vielfach Hemmungen, über ihre Alltagsprobleme zu sprechen und Dritte um Rat zu bitten. Dies gelte auch für Frauen aus der Türkei. Sprachbarrieren gibt es im Mütterzentrum übrigens keine: Die Awo verfügt über Mitarbeiterinnen mit Sprachkenntnissen in Russisch, Türkisch, Polnisch, Serbisch und Bosnisch.

Seit November hat sich in den freundlichen Räumen im Herzen der Böhler-Siedlung viel getan. Im Dezember gab es eine traditionelle russische Weihnachtsfeier, die viele Besucher rührte. „Hier ist jeden Tag etwas los“, freut sich Svetlana Schatrauke. Die Bereitschaft der Leute, sich ehrenamtlich einzubringen, steige. „Die Spende der Meerbuscher Stadtverwaltung ist für uns viel Geld“. Es soll direkt in weitere praktische und lebensnahe Sozialprojekte investiert werden.

Forcieren will das Mütter-Zentrum auch die Zusammenarbeit mit dem Städtischen Familienzentrum Sonnengarten gleich nebenan. Über die Stadtverwaltung sollen weitere Kontakte — etwa zum Team der Stadtranderholung im Jugendamt — geknüpft werden.