1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Meerbusch

Der Verein Meerbusch hilft setzt sich für Bedürftige ein

Verein unterstützt Bedürftige : „Meerbusch hilft“ passt Angebot an

Der Verein möchte beispielsweise Ansprechpartner für Flüchtlinge bleiben, auch wenn diese schon eine Wohnung haben.

Sprache ist das A und O bei der Integration – das stellen die Mitarbeiter des Vereins „Meerbusch hilft“ in ihrer Arbeit mit Geflüchteten immer wieder fest. „Ob im Kindergarten, in der Schule, im Job oder im Alltag“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Antje Schwarzburger: „Wer sich verständigen kann, ist besser integriert und kommt besser klar.“

Deshalb hat sich „Meerbusch hilft“ überlegt, sein Deutschkurs-Angebot den Bedürfnissen der Teilnehmer anzupassen: weg vom Frontalunterricht mit wöchentlich wechselnden Lehrern, hin zum intensiven Austausch mit einer festen Bezugsperson. Seit Montag bietet der Verein einen neuen Kurs in der Geschäftsstelle Am Plöneshof in Osterath an. Silvia Albrecht-Domke gibt dort immer ab 17 Uhr drei, bei Bedarf vier Stunden Deutschunterricht.

Wichtig ist für Teilnehmer
nur, pünktlich zu sein

Das kostenlose Angebot ist niedrigschwellig, heißt: Jeder kann ohne Anmeldung kommen, „nur pünktlich sollte man sein“, sagt Schwarzburger.

Integrationsarbeit verändert sich, stellt Vereinsvorsitzender Dirk Thorand fest. Aktuell wird im Verein an einem leicht geänderten Konzept gefeilt. „Das werden wir am 18. September im Sozialausschuss der Politik vorstellen“, kündigt er an. Hintergrund: Die meisten Geflüchteten leben nun schon seit einigen Jahren in der Stadt, manche haben eine Wohnung gefunden. „Wir versuchen trotzdem, den Kontakt zu halten und Ansprechpartner zu bleiben.

Ein Angebot, das „großartig“ angenommen und deshalb ausgebaut wird, sei das Brückenprojekt in Büderich und Osterath. Dort werden Kinder aus den Unterkünften zwischen zwei und sechs Jahren, die keinen Kitaplatz haben, regelmäßig betreut. „Dieses Angebot wollen wir von drei auf vier Stunden täglich ausbauen und suchen dafür noch Tageseltern und Sozialpädagogen“, sagt Thorand. Neu hinzukommen soll außerdem eine Hausaufgabenbetreuung für die Flüchtlingskinder: „Sowieso: Im Bereich Angebote für Kinder haben wir noch so manche Idee.“

Achtklässler können bei dem Verein ein Praktikum absolvieren

Mittlerweile hätten sich die Angebote von „Meerbusch hilft“ etabliert. Mehr als 500 Ehrenamtler sind im Einsatz, davon rund 300 regelmäßig. „Alle sind gut eingespielt. Aber wir arbeiten daran, die Abteilungen noch besser zu vernetzen“, sagt Schwarzburger. Außerdem wolle man den Verein öffentlich besser aufstellen. Thorand: „Wir möchten unsere Geschäftsstelle am liebsten dauerhaft vormittags öffnen statt nur dreimal wöchentlich. Die neuen Räume sollen sich zu einer Begegnungsstätte entwickeln.“

Auch Plätze für das SoKo-Projekt (Soziale Kompetenzen) will der Verein für Achtklässler anbieten: Seit Beginn der Ferien absolviert die 14-jährige Marlene aus Lank als erste Praktikantin ihre 60 Sozialstunden in der Kleiderkammer und bei der Tafel. „So binden wir schon die Jugend ins Ehrenamt ein“, sagt Thorand. Die Stadt Meerbusch sei bei all dem eine große Hilfe: „Wir sind sehr zufrieden mit der Unterstützung der Stadt.“