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Der Rotary Club Meerbusch unterstützt den Denkspielplatz in Büderich

Bildung in Meerbusch : Kinder lernen auf dem Denkspielplatz

Immer donnerstags treffen sich Kinder aus Migrantenfamilien im AWO-Mütterzentrum in Büderich. Dort können sie knifflige Spiele machen, basteln und zeichnen. Der Rotary Club Meerbusch unterstützt das besondere Freizeitangebot.

Der Name weckt Neugier und Interesse: Denkspielplatz. Aber was verbirgt sich dahinter? Das erfährt man im AWO-Mütterzentrum in Büderich, wo sich jeden Donnerstag eine Gruppe Kinder trifft. Das Freizeitangebot schult logisches Denken und fördert die Freude am kniffligen Spiel. Um den großen Tisch herum sitzen Jungs und Mädchen aus Migrantenfamilien und beschäftigen sich mit den gerade so beliebten bunten „Pop its“.

Häufig sind sie in Deutschland geboren oder gehören schon der dritten Generation an. Alle gehen hier zur Schule und beherrschen die deutsche Sprache sehr gut. Warum sind sie hier? „Mir macht es Spaß, dass wir malen und basteln können“, sagt Ayoub, dessen Vater aus Marokko stammt. „Mir auch“, stimmt Ali zu. Er wurde in Aserbeidschan geboren, seine Schwestern in Deutschland. Die familiären Wurzeln von Maryam und Fatima liegen in der Türkei, die von Rugin in Libyen. Amina bringt auf den Punkt, was die Kinder an jedem Donnerstag anlockt: „Wir können hier viel lernen.“ Dozentin ist Julya Tissen, die Mathematik und Informatik studiert hat.

Der Denkspielplatz wird seit dem Jahr 2014 durch den Rotary Club Meerbusch finanziell unterstützt. Er übernimmt die Kosten für das Lehrmaterial, für die Honorare der Kursleiter und begleitende Aktivitäten wie Ausflüge oder Nachhilfeunterricht. Rotarier haben viele Möglichkeiten und sogar die Verpflichtung, wohltätig zu wirken. Warum wurde es gerade dieses Projekt? „Für uns war es wichtig, dass wir uns auch lokal engagieren, nicht nur international“, sagt Wolfgang Schmüdderich. „Diese Durchmischung streben wir in unserem Club an. Der Denkspielplatz liegt uns am Herzen. Das Angebot ist wunderbar und kann viel bewirken. Unsere Mitglieder begleiten es gern und ehrenamtlich.“

Geld sammelt das Zentrum
mit Charity-Veranstaltungen

Das dafür nötige Geld wird durch Charity-Veranstaltungen gesammelt, pro Jahr werden auf diese Weise über 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. „Unser traditionelles Grünkohlessen zum Jahresende mit bis zu 250 zahlenden Gästen konnte wegen Corona schon das zweite Mal nicht stattfinden“, berichtet Wolfgang Schmüdderich. „Jetzt planen wir im Frühjahr ein Jazzkonzert in der Büdericher Mauritiuskirche.“

Die Leiterin des AWO-Kursangebots ist Magdalena Czaya. Neben dem Denkspielplatz am Donnerstag gibt es weitere regelmäßige Aktivitäten für Kinder: montags Musik und Kunst, dienstags Tanz und Experimente, mittwochs das Wunder der Natur, freitags wieder Musik. „Was nicht gut läuft, wird ausgetauscht“, sagt die Sozialarbeiterin. „Leider war während der Pandemie vieles nicht möglich, etwa unsere beliebten Kochkurse oder die Schminkabende, die den Kindern großen Spaß machten. Wir wünschen uns sehr, dass wir das Angebot bald wieder erweitern können. Unsere Dozenten haben alle entweder studiert oder einen entsprechenden beruflichen Hintergrund.“

Auch die Ausflüge, die Magdalena Czaya organisiert, mussten lange ausgesetzt werden. „Manche Kinder waren noch nie im Kino, im Theater oder im Museum. Durch die Hilfe der Rotarier konnten wir ihnen das gönnen, ebenso wie eine Betreuung in den Oster- und Herbstferien. Viele Familien sind nicht in der Lage, in den Urlaub zu fahren.“ Wolfgang Schmüdderich erzählt von gemeinsamen Festen im Spätsommer und schwärmt von köstlichen Gerichten aus vielerlei Ländern, die Eltern dazu mitbrachten. „Das beste Öl aus Marokko, die beste Wurst aus Polen“, bestätigen Magdalena Czaya und AWO-Mitarbeiterin Iris Domeh. „Wir sind wie eine riesige Familie.“