Der lange Weg zum Jugendcafé

Das Jugendcafé in Osterath ist fertig. Am Freitag wird es offiziell eröffnet.

Osterath. Es sei ein langer Weg mit vielen Hürden und einigen Sackgassen gewesen, bis nach einer vierjährigen Planungszeit für das Jugendcafé in der ehemaligen Fluxushalle endlich der richtige Standort gefunden war, erklärte Jugenddezernentin Angelika Mielke-Westerlage beim Pre-Opening am Mittwochabend. „Jetzt haben Jugendliche in Meerbusch erstmals einen richtigen Treffpunkt“, so die Beigeordnete im Kreise vieler Erwachsener. Die eigentliche Zielgruppe kommt erst am Freitagabend bei der Eröffnungsparty zum Zug (siehe Kasten).

Das Lob der Beigeordneten bekamen die Jugendlichen so nicht zu hören. „Sie lieben den Luxus, haben keinen Respekt und schlechte Manieren, widersprechen Eltern und tyrannisieren Eltern.“ Was Sokrates vor 2400 Jahren über junge Menschen gesagt haben soll, treffe auf Heranwachsende in Meerbusch alles nicht zu. „Sie sind vielmehr begeisterungsfähig und vielfältig engagiert, das haben die vergangenen Monate gezeigt.“

Man wisse im Vorstand durchaus um die große Verantwortung, sagte Jürgen Eimer, Vorsitzender des OBV Meerbusch, der die Trägerschaft für das „JuCa/Halle 9“, so der offizielle Name des Jugendcafés, übernommen hat. Dass die neue Einrichtung von den 13- bis 21-Jährigen angenommen werde, davon ist er angesichts des Angebots überzeugt: Billard, Kicker, Dart, aber auch Playstation und Xbox, dazu ein Sky-Anschluss (ab Januar), zählte Eimer auf. Was noch fehle, seien Tische und Stühle, „unser Möbellieferant hat uns versetzt“. Das Kaffeemone in Lank half für die Ehrengäste aus. Ein Extralob von Eimer erhielt Günther Margielsky, der sich von der Beschilderung bis zur Gestaltung des Eingangsbereichs bei der Renovierung um alles gekümmert habe.

Ralf Zenker von der Musikszene Meerbusch — der Verein ist künftig für das kulturelle Programm verantwortlich — strahlte angesichts der „wirklich unglaublichen Location“ zwar ebenfalls Zuversicht aus, blieb dabei aber Realist: „Es wird ein spannender Abschnitt. Wir haben ein halbes Jahr Zeit, das Konzept mit Leben zu füllen, erst dann wird entschieden, ob der Mietvertrag verlängert wird.“ Das Budget sei gut, aber eben überschaubar: „Licht- und Tonanlage sind gebraucht. Dennoch können wir Gelder nur einmal ausgeben. Jeder Fehlschlag wäre fatal.“ Offene Fragen gebe es noch genug: „Machen die Schulen mit, reicht Facebook als Info-Portal, sind die Entfernungen in Meerbusch nicht zu weit? Und ist die Konkurrenz von Düsseldorf und Krefeld vielleicht doch zu übermächtig?“

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