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Der Engel der Kulturen kommt zurück

Der Engel der Kulturen kommt zurück

Als Höhepunkt der interkulturellen Woche wird Bodenintarsie verlegt.

Meerbusch. Nur zur Hälfte ragen die Symbole des christlichen, jüdischen und islamischen Glaubens — Kreuz, Davidstern, Halbmond — in den stählernen Innenring. Gemeinsam bilden sie einen Engel — Symbol des Friedens und der Verständigung der Kulturen.

Es ist ein vielschichtiges Zeichen, das das Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid erdacht, gezeichnet und schließlich ausgestanzt hat, um es durch Deutschland und Europa zu rollen. Es ist ein Symbol der Hoffnung und sichtbare Mahnung: Wächst ein Glaubenssymbol überdimensional, wäre der Engel der Kulturen zerstört.

Der Engel, der auf Initiative des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers Winfried Schmitz-Linkweiler auf der Plakatwand gegen Ausländerfeindlichkeit im April 2008 in Büderich erstmals gezeigt wurde, eine lange Reise unternommen.

Am 6. Mai wird er nach Meerbusch zurückkommen — als Höhepunkt der interkulturellen Woche, die der Integrationsrat mit Hayrettin Polat und Ingrid Maas an der Spitze vom 1. bis 6. Mai mit internationalen Begegnungen, Konzerten, Lesungen und Vorträgen konzipiert hat.

Dietrich und Merten verlegen den Engel der Kulturen als Bodenintarsie vor der Plakatwand am Franz-Schütz-Platz und schaffen direkt vor Ort ein neues Symbol für eine neue Stadt. So wird der Engel weitergegeben und verbindet mehr und mehr Menschen und Städte. „Wir wollen das Zusammenleben der Kulturen friedlich mitgestalten“, sagt Merten.

Dabei muss man auch Hindernisse überwinden: In der Türkei durften die religiösen Symbole den Boden nicht berühren. Zwölf Kilometer wurde die Ringskulptur trotzdem durch die Stadt gerollt — von rotem Teppich umspannt, der den Kontakt zum Schmutz verhinderte.

Das Symbol des Friedens und der Toleranz soll nicht nur am 6. Mai verlegt werden. Das Künstlerpaar hofft, dass in Meerbusch wie in anderen Städten zuvor auch Schulen und Kindergärten das Thema aufgreifen. „Das Symbol ist ein guter Impuls, um sich dem Thema zu nähern.“

Über den Verkauf des Engels als Brosche oder Anhänger, geprägt auf einem 50-Cent-Stück, wird die Aktion finanziert. (10 Euro in allen Bürgerbüros).