Deichsanierung in Nierst: Initiative auf der Suche nach Konsens

Deichsanierung in Nierst: Initiative auf der Suche nach Konsens

Pappelfreunde suchen Gespräch und hoffen auf zwei Gutachten.

Nierst. Rechtlich haben sie angesichts eines abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens keinerlei Handhabe, doch die Initiative Pro Pappel will den Kampf um den Erhalt der Bäume am Rheindeich in Nierst nicht aufgeben.

"Wir wollen die Deichsanierung nicht gefährden", betonen Charlotte Nieß-Mache, Andrea Blaum und Renate Brors am Montag erneut. Aber man wolle alles tun, um im letzten Moment (Blaum: "Wir wissen, dass es zwei Minuten vor 12Uhr ist.") zu retten, was zu retten sei. "Gerade weil wir nicht aufgepasst haben, haben wir jetzt diese Verantwortung", sagt Brors.

Die Sprecherinnen der Initiative setzen zwei Hebel an: Einerseits wünschen sie sich schnellstmöglich eine Suchgrabung um zu prüfen, ob die Pappelwurzeln den Deich schädigen. Ist dies nicht der Fall oder wären die Wurzeln durch eine Wurzelsperre einzudämmen, könnten die Bäume möglicherweise trotz der Sanierung erhalten bleiben. Möglicherweise müsste die Baustraße hinter den Deich verlegt werden, sagt Blaum.

Die zweite Anregung der Baumfreunde betrifft eine mögliche Deichverschwenkung. Hier streiten Deichverband und Initiative, ob dies nun einen unwesentlichen (einfache Planänderung) oder einen wesentlichen (neues Planfeststellungsverfahren) Eingriff in die Sanierungspläne darstellt. "Machbarkeit und Kosten sollen von einem neutralen Planungsbüro gerechnet und geprüft werden", schlägt Charlotte Nieß-Mache vor.

Aufgrund beider Gutachten habe man dann endlich Fakten. "Ein neues Planfeststellungsverfahren wollen wir alle nicht", betont Blaum. Was sie will, formuliert die Initiative in einem Brief an den Erbentag des Deichverbands, der am 3.Dezember tagt: Streitfragen klären, "bevor die Pappeln möglicherweise ohne zwingenden Grund gefällt werden".

Zum Argument, eine Planveränderung würde Sanierung, Sicherheit und Finanzierung gefährden, meint Charlotte Nieß-Mache: "Wenn die Verschwenkung nur eine unwesentliche Planänderung ist, könnte in Nierst umgeplant werden, während der Deichbau an anderer Stelle weitergeht."

Die Sanierung sei auf fünf Jahre angelegt und durch diese Neuerung an einer Stelle gewiss nicht gefährdet. Scheuklappen wegnehmen und sehen, was geht - darauf hoffen die Aktivisten nun bei allen Beteiligten.