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Deich: Schutzwall besteht aus drei Zonen

Deich: Schutzwall besteht aus drei Zonen

Zwischen Lörick und dem Modellflughafen wird bis Ende 2012 der Deich erneuert.

Büderich. Nach knapp zehnjähriger Planungsphase hat die Neue Deichschau Heerdt vor einigen Wochen mit der Sanierung des Deiches zwischen der Düsseldorfer Stadtgrenze und dem Modellflugplatz am Apelter Weg begonnen. Bis mindestens Ende 2012 wird der 2,8 Kilometer lange Deich für 17 Millionen Euro erneuert.

Wie auch im Meerbuscher Norden trägt das Land 80 Prozent der Kosten. „Wir haben lange gespart und ein paar Euro auf der hohen Kante. Aber allein hätten wir so ein großes Projekt natürlich nicht stemmen können“, sagt Deichgräf Claus Henning Rolfs.

„Der Deich wurde in den 20er Jahren errichtet und entspricht in seinem inneren Gefüge und der Standfestigkeit nicht mehr heutigen Ansprüchen“, erklärt Kristian Lütz, Abteilungsleiter Gewässerbau in der Landeshauptstadt. Darüber hinaus reiche die jetzige Höhe — es fehlt rund ein halber Meter — im Ernstfall nicht aus. Außerdem seien die Verteidigungswege nicht durchgehend angelegt.

Ein großes Problem bei der Planung war eine parallel zum Deich verlaufende Abwasserleitung. „Bei Hochwasser besteht die Gefahr, dass dieser Kanal durch Überdruck platzen, das Erdreich ausspülen und unterirdische Hohlräume erzeugen könnte“, erläutert Lütz.

Die Trasse komplett zu verlegen, wäre jedoch zu teuer gewesen. Stattdessen wird nun eine Erosionsschutzwand gezogen, die bis zu fünf Meter unterhalb der Abwasserleitung verläuft. „Diese Lösung ist bislang einzigartig in ihrer Durchführung“, sagt der Experte.

Der alte Deich wird in weiten Bereichen komplett abgetragen und unter Verwendung des alten Materials auf einer Breite von 50 Metern neu gebaut. „Das sind 20 Meter mehr als bisher. Da zum Rhein hin die Flächen als Retentionsraum benötigt werden, können wir uns nur landseits verbreitern“, sagt Lütz.

Das führte zu einem weiteren Konflikt: Zwischen dem Haus am Deich und der Überfahrt nach Mönchenwerth reicht der Wall schon jetzt nahe an die Wohnbebauung heran. Nun soll in den bestehenden Deich eine 800 Meter lange Spundwand zwölf Meter tief eingesetzt werden. „Die 1,30 Meter dieser Mauer, die später an der Oberfläche zu sehen sind, werden verklinkert“, so Lütz.

Der neue Schutzwall wird ein so genannter Drei-Zonen-Deich. Zur Stabilität erhält er im Inneren einen Stützkern aus eher minderwertigem Material. Die Dichtschürze wasserseits besteht aus tonähnlichem Material, während landseits eher sandige und kiesige Erde mit Filterwirkung verwendet wird.

Lange wurde überlegt, wie man die Baustelle am besten beliefern kann, „denn der neue Deichkörper ist ja um einiges voluminöser“, sagt Lütz. Eine Annäherung von der Wasserseite wurde verworfen. „Dafür hätten wir in dem angrenzenden FFH-Gebiet zu viel baggern müssen.“ Stattdessen wurde eine neue Baustraße an der Niederlöricker Straße angelegt, die nach Abschluss der Arbeiten wieder verschwinden soll.

Obwohl viele Eigentümer betroffen waren, sei das notwendige Flurbereinigungsverfahren im Vorfeld ziemlich geräuschlos über die Bühne gegangen, betont Lütz. „Nur ein Bruchteil der Betroffenen hat die Flächen ja wirklich bewirtschaftet.“