Bildung in Meerbusch : 400 000 Euro für „Extra-Zeit Lernen“

Viele Schüler haben während der Corona-Pandemie nicht so effektiv lernen können, wie es unter anderen Umständen der Fall wäre. Die Stadt Meerbusch will mit entsprechenden Angeboten das Aufholen ermöglichen, dazu gibt es weiterhin Fördermittel.

(dsch) Während der Corona-Pandemie, vor allem in der Phase des Homeschoolings, sind bei vielen Schülern Bildungslücken entstanden, die es nun zu schließen gilt, damit sie den Anschluss an Kinder und Jugendliche nicht verpassen, die nicht unter den Bedingungen der Pandemie lernen mussten. Meerbusch greift dafür auf das Landesprogramm Extra-Zeit Lernen zu. Ziel ist es, „mit außerschulischen Maßnahmen, die individuelle fachliche Förderung und Potenzialentwicklung von Schülern vor dem Hintergrund der pandemiebedingten Einschränkungen zu unterstützen“. So fand etwa in den Herbstferien ein Nachhilfeangebot statt. Bisher waren die Gelder bis Ende des Jahres 2021 bewilligt, inzwischen steht jedoch fest, dass die Unterstützung auch über den Jahreswechsel hinaus benötigt werden dürfte. Daher soll ein weiterer Antrag auf eine Förderung auch für 2022 gestellt werden, zunächst bis zum Juli.

Mit den Mitteln des Programms soll nicht nur der individuelle, durch die Umstände entstandene Förderbedarf gedeckt werden, es geht auch um Angebote zum sozialen, motorischen und sprachlichen Lernen, berufliche Orientierung und individuelle Bildungsplanung sowie die Vorbereitung auf konkret anstehende Prüfungen. Die Schüler in Meerbusch haben das Angebot bisher sehr gut angenommen und sowohl Eltern als auch Pädagogen ziehen ein durchweg positives Fazit. Konkret vor Ort umgesetzt werden die Lernangebote mit den Kooperationspartnern Deutsche Schülerhilfe, OBV Meerbusch und für den Bereich der weiterführenden Schulen der Volkshochschule Meerbusch.

Ein neuer Baustein in der pandemiebezogenen Förderung ist das sogenannte Extra-Geld. Dieses wird an Schulträger ausgezahlt, so auch an die Stadt Meerbusch, der eine Summe von 396 304 Euro zugekommen ist. 30 Prozent dafür ist für Bildungsgutscheine eingeplant, 30 Prozent gehen an die Schulen und 40 Prozent an den Träger.

Ob die Programme ausreichen, bleibt abzuwarten

Dieser kann davon etwa fachliche Förderangebote in Kleingruppen, zusätzliche Bewegungsangebote oder Angebote aus dem Bereich der kulturellen Bildung an einzelnen Schulen oder schulübergreifend finanzieren. Die Schulen können Exkursionen, externe Dienstleister, Schulmaterialien oder Lizenzen für Bildungsprogramme ermöglichen. Alle Mittel aus diesem neuen Topf können bis Ende des Jahres 2022 ausgeschöpft werden.

Ob die Programme Extra-Geld und Extra-Zeit ausreichen werden, um den zusätzlichen Förderungsbedarf abzudecken, bleibt abzuwarten. Fraglich ist auch, ob sie über die gesetzten Zeiträume hinaus verlängert werden und ob die Stadt Meerbusch weitere Anträge stellen wird. Das alles hängt auch davon ab, wie sich die Infektionslage in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt und wie sehr sie das schulische und außerschulische Lernen einschränkt.