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Bürgeranhörung: Villen könnten lange Schatten werfen

Bürgeranhörung: Villen könnten lange Schatten werfen

Vorstellung des Bebauungsplans Brühl stößt auf großes Interesse.

Büderich. Der Bedarf an neuem Wohnraum ist ungebrochen. Um die Natur zu schonen, werden heutzutage jedoch kaum noch Wohngebiete auf der grünen Wiese genehmigt, stattdessen wird nach Grundstücken innerhalb der bebauten Ortslage gesucht. Und tatsächlich findet sich auch in Meerbusch immer wieder ein Fleckchen, wo weitere Häuser einen Platz finden könnten.

Solch ein neues Wohngebiet wurde am Montagabend für das Areal des ehemaligen Bauhofs in Büderich vorgestellt. Unter der Leitung des Vorsitzenden des Planungsausschusses, Leo Jürgens, referierte der städtische Planer Ulrich Hüchtebrock über den Vorentwurf für den dortigen Bebauungsplan.

Er stellte erste Ideen vor, die auf großes Interesse der Zuhörer, vornehmlich Anwohner, stießen. Entlang der Moerser Straße will die Stadt drei zwei- bis dreigeschossige Häuser errichten, die für Wohnen und Gewerbe gedacht sind. Die nach Süden ausgerichteten Giebeldächer sollen mit Solarmodulen bestückt werden. Dahinter, an einer neuen Spielstraße, sollen vier Stadtvillen in ähnlicher Höhe entstehen.

Der hintere Teil des inzwischen nahezu freigeräumten Geländes befindet sich in privatem Besitz. Hierfür hat die Stadt eine Angebotsplanung mit Einzelhäusern erstellt: Die Eigentümer können ihre Grundstücke bebauen, müssen es aber nicht sofort.

Das Gebiet wird durch den Schackumer Bach durchquert, der heute zum Teil in einer abgedeckelten Rinne geführt wird. Im Zuge der Baumaßnahmen soll er freigelegt werden und das Regenwasser aufnehmen. Da heutzutage eine Regenwasserversickerung vorgeschrieben ist, müssten sonst Versickerungsstellen in den Gärten geschaffen werden.

Außerdem: „Ein Gewässer wegzuplanen, solch einen Stein würde sich die Stadt nicht ans Bein binden“, entgegnete Hüchtebrock auf den Vorschlag, den Bach wegen mangelnder Wasserführung zu entfernen. Auch seine Idee, den Bach im vorderen Bereich in einer gemauerten Rinne zu führen, stieß auf Skepsis.

Kritik gab es zudem an der Höhe der Stadtvillen, die einen langen Schatten auf die dahinter liegenden Häuser werfen könnten. Andere Anwohner wunderten sich, dass sich der geplante Spielplatz am Rande des Gebietes befände. Doch Hüchtebrock entgegnete, dass dieser nicht ausschließlich für das Neubaugebiet, sondern für den ganzen Ortsteil Brühl gedacht sei.

Erstaunen rief auch die Idee hervor, den vorgesehenen Fuß-Radweg von der Straße Am Pützhof ins Neubaugebiet auch für Müllwagen zu öffnen. Aber: „Sonst muss der Müllwagen zurücksetzen, was sehr gefährlich ist, oder einen großen Umweg fahren“, erläuterte der städtische Planer.