Büderich: Millionen für die Bücherei

Büderich: Millionen für die Bücherei

Im nächsten Jahr schon soll der Stadtbücherei-Neubau am Schütz-Platz das Bild von Büderichs Mitte prägen.

Büderich. Es war wie auf einer Baustelle inmitten einer noch viel größeren Baustelle, als der Grundstein für die neue Büdericher Stadtteilbibliothek am Dr.Franz-Schütz-Platz gelegt wurde. Denn um die erstaunlich vielen Gäste herum, die den traditionellen Termin nach Setzen des Fundaments nicht verpassen wollten, war der Aufbau für die am Sonntag beginnende Schützenfest-Kirmes in vollem Gange.

Da wurde es ganz schön eng an der Baugrube, zumal Kinder der Mauritius- und der Brüder-Grimm-Grundschule zu diesem Anlass Lieder und Tänze vorführen wollten und dazu natürlich entsprechenden Platz benötigten.

Zeitlich parallel zum Bürgerhaus in Lank (ebenfalls mit Bücherei) entsteht direkt neben der Kämmerei in Büderich das zweite städtische Großprojekt. Im Frühjahr 2010 soll alles fertig sein. Und Nummer drei lässt auch nicht lange auf sich warten: Bereits im kommenden Monat wird es ernst mit dem geplanten Bauhof in Strümp.

Kernstück der Stadtteilbücherei, die eine Gesamtnutzfläche von rund 1000 Quadratmetern bietet, wird der offene Markt- und Präsenzbereich im Erdgeschoss sein. Große Fenster und Natursandstein prägen die Fassade. Helle Arbeitsplätze, ein breites Medienangebot und ein Multifunktionsraum für Lesungen, Vorträge und Ausstellungen sollen Besucher in das Haus ziehen.

Im ersten Stock wird es unter anderem Seminarräume für die Volkshochschule und Büros für die Büchereiverwaltung geben, die derzeit noch in Langst-Kierst arbeitet. Auch ein "Kinderreich" oder die geplante Leseterrasse mit Blick ins Grüne stehen für viel Phantasie bei der Planung. Die Baukosten liegen bei rund 3,2 Millionen Euro.

Das ist viel Geld, mag manch einer meinen. Unzweifelhaft ist aber, dass die alten, engen Bücherei-Räume in der Kämmerei alles andere als eine Inspiration darstellten, mal wieder zum Buch zu greifen, sagt Bürgermeister Dieter Spindler. Die Investition sei zukunftsweisend, "denn wer das Lernen und damit das Lesen einstellt, hat schon verloren".

Bei Viellesern werden mit Sicherheit auch neue Service-Ideen wie das Selbstbucher-Terminal gut angekommen, an dem rund um die Uhr Medien abgegeben werden können. Nicht zuletzt habe der Neubau auch eine städtebauliche Dimension, so Spindler. "Er wird den gesamten Platz architektonisch neu prägen." Er kündigte - Skeptiker würden vielleicht sagen drohte - abschließend an: "Wir haben ehrgeizige Pläne. Und wir haben noch viel vor mit Meerbusch."