Büderich: Ferienfreizeit - „Jeder hat sein Ämtchen und macht es richtig gern!“

Büderich: Ferienfreizeit - „Jeder hat sein Ämtchen und macht es richtig gern!“

90 Kinder genießen die Stadtranderholung in der Brüder-Grimm-Schule in Büderich.

Büderich. Stadtranderholung - das ist seit Jahren eines der attraktivsten Angebote der Stadt. Für den Anmelde-Run heute gäbe es gar nicht genügend Reisebusse, meint Beate Enzel, Fachfrau der Kinder- und Jugendförderung der Stadt, scherzhaft. "Manchmal kommen zehn auf einmal und melden Freunde sicherheitshalber mit an."

Auf dem Gelände und in der Turnhalle der Brüder-Grimm-Schule genießen 90 Kinder ausgelassen 14 Ferientage. Matthes Platen war selbst Ferienkind, nun ist er im dritten Jahr Betreuer - unschwer am knallroten T-Shirt mit dem Totenkopf-Logo zu erkennen. Das haben er und seine Kollegen wieder aktuell selbst entworfen - diesmal getreu dem Motto "Piraten".

In kurzer Zeit wären die Betreuerstellen besetzt gewesen, berichtet Beate Enzel und möchte die so oft gescholtene Jugend kräftig gelobt wissen: "Jeder hat hier sein Ämtchen und macht es richtig gern, sogar in Überstunden."

An Heimweh litten die Kinder nie, sagt Enzel, "da kommen die gar nicht zu". Zwischen 9.30 und 16 Uhr spiele sich eine wahre Materialschlacht zwischen Malkreiden und Bastelbedarf ab, erzählt die Sozialpädagogin.

In diesem Jahr werden Schatzkisten gefertigt. Andere Sechs- bis Zwölfjährige toben auf der Hüpfburg, picknicken am Rhein, besetzen den Bollerwagen, üben ein Theaterstück ein, spielen das "Werwolf"-Spiel im Kreis.

"Alles soll so sein, dass die Kinder die Zeit in vollen Zügen genießen können", sagt Enzel. "Sie benötigen eine Woche, um einander kennen zu lernen, sollen aber zu nichts überredet werden."

Höhepunkte sind die Wasserschlacht mit Schlauch, Pistolen und Bomben und die berühmt-berüchtigten Stadtspiele. Da gehen Kinder mit einem einfachen Gegenstand wie einer Rolle Toilettenpapier als Einsatz durch die Büdericher Geschäfte und tauschhandeln, um etwa mit einer großen Tüte Croissants vom Bäcker wiederzukehren.

Beate Enzel ist über die freundliche "Mitarbeit" der Geschäftsleute ebenso voll des Lobes wie über Schul-Hausmeister Konrad Olbert. "Supernett und immer da!"

Auch Regentage schrecken nicht. "Die Kinder jammern hier nie, kommen trotz schlechten Wetters gerne und brettern dann eben mit dem Kettcar durch die Pfützen", beschreibt Enzel enthusiastisch den lebendigen Teil ihrer Jugendamtstätigkeit.

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