Büderich: Der Lukaskindergarten ist ein Auslaufmodell

Büderich: Der Lukaskindergarten ist ein Auslaufmodell

LVR verlangt Ausbau integrativer Kinder-Gruppen. Verwaltung schlägt Neubau in Strümp vor.

Büderich. Acht Kinder werden zurzeit in der Dependance des Lukaskindergartens im Haus an der Straße Im Böhlerhof 4 in Büderich betreut, fünf junge Meerbuscher und drei Neusser. Seit zehn Jahren existiert diese Zweigestelle des Diakoniewerks Kaarst-Büttgen, das am Lindenplatz in Kaarst seinen Hauptsitz hat. "Es gab den Bedarf für eine heilpädagogische Kindergruppe in Meerbusch. Weil wir damit Erfahrung haben, ist man an uns herangetreten", erklärt Geschäftsführer Heinrich Wittmann den Weg seines Vereins von Kaarst nach Büderich.

Ungeachtet der langen Dauer arbeitet das Diakoniewerk in Büderich von Beginn an mit einer vorläufigen Betriebsgenehmigung des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Zunächst wurde sie für zwei Jahre, dann nur noch für jeweils ein Jahr erteilt. Das war und ist für alle eine schwierige Situation.

Die jetzt vorliegende Genehmigung läuft am 31.Juli 2010 aus und soll - nach erneuten Verhandlungen - letzte Frist sein. Der Druck aus Köln hat ein Ziel: "Aus dem Provisorium sollte eine integrative Gruppe gebildet werden", sagt LVR-Sprecher Christophe Göller. Das sei bislang nicht geschehen.

Immer wieder seien andere Gründe dagegen ins Feld geführt worden; mal war es der Anspruch auf einen Kindergartenplatz, jetzt aktuell die Versorgung der unter Dreijährigen, sagt Heinrich Wittmann: "Die Stadt konnte immer ausweichen." Jetzt müsse Meerbusch etwas tun für die integrative Arbeit.

Im Fachbereich Soziales sei er auf offene Ohren gestoßen, berichtet Wittmann. Aktuell arbeitet das Team um Sozialdezernentin Angelika Mielke-Westerlage an einem so genannten Masterplan für den Kindergartenausbau, um alle gesetzlichen Ansprüche erfüllen zu können. Nur eine integrative und zwei heilpädagogische Gruppen existierten zurzeit, sagt Mielke-Westerlage. "Aber der Bedarf nimmt zu."

Wo und wie er gedeckt wird - das ist noch offen. Die Verwaltung will den Politikern den Masterplan im Jugendhilfeausschuss am 16.Juni zur Beratung vorlegen. Darin wird unter anderem ein Kindertagesstätten-Neubau in Strümp vorgeschlagen: mit integrativer Gruppe und an einem Standort, der von allen Ortsteilen aus gut erreichbar ist.

Eine Entscheidung drängt, denn das Diakoniewerk, die acht Kinder in der heilpädagogischen Einrichtung sowie ihre Eltern und das Personal der Lukaskindergarten-Dependance müssen planen.

Und was sagt der LVR? Man werde an jeder Lösung mitarbeiten, wenn denn ein schlüssiges Konzept vorliege, das das Wie und den Zeitrahmen für die Einrichtung der integrativen Gruppe beschreibe, sagt Göller. Ist das Ende absehbar, wäre auch eine nochmalige Verlängerung der Betriebsgenehmigung denkbar: "Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem Kinder im Regen stehen gelassen worden wären." Auch das Diakoniewerk Kaarst-Büttgen spielt mit: "Wir sind bereit, die Betreuung bis zum Betrieb im Neubau weiter zu machen", kündigt Heinrich Wittmann an.