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Brauchtum: Verhinderter Wilddieb fand Weg zurück in die Erfolgsspur

Brauchtum: Verhinderter Wilddieb fand Weg zurück in die Erfolgsspur

Späte Lorbeeren für einen Heimatfreund: Johannes Toups erhält vom Heimatkreis Lank die Jacobsleiter.

Lank-Latum. Manche Menschen müssten lange ehrenamtlich wirken, bis sie dafür geehrt würden, „aber dann kommen die Lorbeerkränze in dichter Folge“, sagte Franz-Josef Radmacher in der Teloy-Mühle — und meinte damit Johannes Toups.

Der Vorsitzende des Heimatkreises Lank überreichte dem Langst-Kierster die Jacobsleiter als Zeichen für „herausragendes Engagement für die Heimatpflege im Bereich des ehemaligen Amtes Lank“. Tatsächlich feierte der 75-Jährige in den beiden vergangenen Jahren nicht nur seinen großen Geburtstag, auch Goldene Hochzeit, der Goldene Meisterbrief und der Ehrentitel als „Königlicher Hofbaumeister“ galt es, zu zelebrieren. Ehefrau Billa war sichtlich stolz auf ihren Mann, der sich selbst tief bewegt zeigte.

Nach Tischlerlehre und Meisterschule unterrichtete Toups ab 1960 am Glockenspitz selbst Lehrlinge. Diese bürgerliche Karriere war allerdings in Gefahr, als der berüchtigte Hennes Becker, bekannt als Eidechs, versuchte, den jungen Mann zum Wilddieb auszubilden. Eine frühe Konfrontation mit Förster Dornbusch hatte zur Folge, dass Toups sich einen Besseren besann.

Seine handwerklichen Fähigkeiten kamen nicht nur den Langst-Kierster Schützenbrüdern, sondern auch der Martinus-Kapelle zugute. Er empfing für sein vielfältiges Engagement als erster einfacher Schütze ohne offiziellen Bruderschaftsämter den Hohen Bruderschaftsorden.

Als Familientradition gilt für den zweifachen Vater und dreifachen Großvater der Radsport. Sein Vater war einer der legendären „vier Gebrüder Toups“, die erfolgreich Straßenrennen bestritten und der Radsporthochburg Latum sogar eine eigene Radrennbahn bescherten. Johannes Toups ist seit 42 Jahren Vorsitzender des Radfahrvereins Triumph Langst-Kierst. Heute ist Radfahren am Rhein allerdings weniger Leistungs- als vielmehr Freizeitsport für ihn geworden.

In seiner Dankesrede vergaß der agile Mundartfreund auch nicht, den kürzlich verstorbenen Karl Münks als „Freund und Vorbild“ zu erwähnen. In dessen Fußstapfen ist der gebürtige Lanker, der in Latum aufwuchs, als Leiter des Mundartstammtisches vor wenigen Jahren nachdenklich getreten. Er wusste sie mit seiner ganz eigenen Art glänzend auszufüllen, eine große und treue Fangemeinde beweist das. Laudatio und Dankesrede haben zudem gezeigt: Auch Johannes Toups ist längst so etwas wie ein Heimat-Idol.