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Boxen sollen vor Rad-Diebstählen schützen

Boxen sollen vor Rad-Diebstählen schützen

Am Osterather Bahnhof werden seit Montag 20 blaue Fahrradboxen aufgestellt.

Am Osterather Bahnhof tut sich etwas: Seit Montag werden am Wendehammer an der Gottlieb-Daimler-Straße insgesamt 20 blaue Fahrradboxen zusammengebaut. „Wir brauchen etwa eine halbe Stunde pro Box“, erklärt Guido Schmidt von der Waldbröler Firma WSM, bei der die Stadtverwaltung die Fahrradgaragen bestellt hat. Heute sollen weitere Boxen am Landsknecht aufgestellt werden.

Boxen sollen vor Rad-Diebstählen schützen

Mit dem Aufbau ist es aber noch nicht getan: Die Boxen sollen noch beschriftet werden, unter anderem mit einem großen „Meerbusch radaktiv“-Logo. Ein genaues Vermietungskonzept wird aktuell noch entwickelt, sagt Dana Frey, bei der Stadt zuständig für Umweltangelegenheiten. Nach Ostern wird die Verwaltung mit der Vergabe der Boxen beginnen.

Boxen sollen vor Rad-Diebstählen schützen
Foto: Karrasch

Mit den Boxen will die Stadt Fahrraddiebstählen entgegenwirken. „Pendler sollen die Möglichkeit haben, auch wertvollere Räder am Bahnhof abstellen zu können“, sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Denn die Zahl der Fahrraddiebstähle war im vergangenen Jahr sehr hoch: 280 Fälle wurden bei der Polizei angezeigt. Die meisten am Bahnhof Osterath oder an den K-Bahn-Haltestellen. „An Bahnhöfen und Haltestellen ist die Auswahl oft groß, es gibt aber auch Gelegenheitsdiebe, die nach der Bahnfahrt irgendwo schnell hinkommen möchten“, erklärt Diane Drawe, Sprecherin der Polizei. Außerdem stehen Fahrräder von Pendlern häufig stundenlang ohne Überwachung am Bahnhof. Die Polizei rät zu einem guten Schloss, das an einem festen Gegenstand, beispielsweise einer Laterne, gesichert werden sollte. „Es werden immer noch viele Fahrräder nicht abgeschlossen“, sagt Drawe. Die Installation der Fahrradboxen in Meerbusch begrüßt die Polizei. „Fahrradgaragen sind grundsätzlich eine gute Einrichtung, weil Räder dadurch nicht nur vor Diebstahl sondern auch vor Vandalismus geschützt werden.“

Peter Koenders vom ADFC Meerbusch beobachtet Meerbuscher, die für den Weg zum Bahnhof extra ein sogenanntes Bahnhofsfahrrad benutzen. „Also ein altes, verschlissenes Zweitrad, mit dem man gerade noch so die Haltestelle erreicht und das nicht gefährdet ist, gestohlen zu werden“, erklärt er. Dabei gehe die Tendenz auch in Meerbusch ganz klar zu teuren Elektrofahrrädern. „Die am Bahnhof abzustellen, traut sich aber bislang wohl kaum jemand.“

Außer einem guten Schloss, bestenfalls einem Bügelschloss, rät Koenders zur Codierung. Dabei werden Räder mit einem Aufkleber gekennzeichnet, der sich nicht entfernen lässt und mit dem das Rad individuell registriert wird. Stellt die Polizei ein gestohlenes Rad sicher, kann sie es dem Eigentümer zuordnen. Die Kreispolizeibehörde hat dafür mit zwölf Fahrradhändlern einen Kooperationsvertrag geschlossen. „Diese Markierung ist ganz wichtig“, so Koenders.

Dass die Stadt die Fahrradboxen angeschafft hat, findet der Meerbuscher ADFC-Vorsitzende prinzipiell gut. „Eigentlich sollte das aber ein Service der Bahn sein.“ Sichere Abstellorte wünscht er sich auch für die Radfahrer, die nicht die Bahn nutzen, sondern etwa einkaufen gehen — an der Dorfstraße in Büderich zum Beispiel. „Eine Fahrradbox ist immer nur für eine Person, die diese dann für längere Zeit mietet“, sagt Koenders. „Die bessere Lösung sind Fahrradstationen mit Überwachung. Die lohnen sich aber erst, wenn noch viel mehr Menschen in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs wären.“ Dann könnte er sich eine solche Station auch in Meerbusch vorstellen.