Bösinghoven hat seinen kleinen Wochenmarkt

Bösinghoven hat seinen kleinen Wochenmarkt

Der Hofladen Seibt wird donnerstags zum großen Marktplatz.

Bösinghoven. Seit dem 6. Februar gibt es in Bösinghoven wieder einen Wochenmarkt, immer donnerstags von 9 bis 18 Uhr. Heike Seibt hatte die Idee, ein umfassendes Angebot für den täglichen Bedarf für den nördlichen Ortsteil Meerbuschs anzubieten. Der Stadtteil sei bisher ein wenig stiefmütterlich versorgt. Seibt sprach andere Händler an, die sie von den Wochenmärkten kennt, auf denen sie selbst verkauft. Das Echo war positiv.

Jeden Donnerstag kommen nun Bäcker und Käseverkäufer, Fischhändler, Metzger und andere mit ihren Verkaufswagen auf den Hof an der Fischelner Straße, wo Seibt in ihrem Hofladen tagtäglich Obst, Gemüse oder Blumen anbietet.

Bei dem Holländer Gerjan Gringhuis können sie beispielsweise 36 Monate alten Brockelkäse kaufen. Der sieht zwar schon ziemlich dunkel aus, soll aber noch besser als Parmesan schmecken. „Dazu ein Gläschen Rotwein — das ist lecker“, schwärmt der Verkäufer.

Auch im Fischwagen isst das Auge mit. Zander, Saibling, Thunfisch und Jakobsmuscheln liegen auf Eis. „Wir bringen Fische auch auf Bestellung mit“, sagt Margarete Kils. Der Inhaber des Verkaufswagens kommt vom Krefelder Großmarkt und hat eine entsprechend große Palette an Meerestieren vorrätig.

Vielfältig und ausgefallen sind auch die frischen Pasta-sorten am Stand nebenan. Ravioli gibt es orientalisch oder gefüllt mit Steinpilzen und gerösteten Haselnüssen, aber auch süß mit Bratapfel-Marzipanfüllung. Annette Wilhelmus bietet dazu diverse Saucen an. „Wir bevorzugen regionale Rohstoffe und arbeiten ohne Konservierungsmittel“, unterstreicht sie.

Auch Stefanie Bockmühl legt Wert auf Qualität. Ihre Öle, Essig- und Pestosorten sind nicht nur ansprechend verpackt, sondern versprechen auch einen Gaumengenuss. „Demnächst werden wir bis zu 100 Kräuter frisch im Topf anbieten“, sagt sie. Die Prümtaler Mühlenbäckerei und Metzger Oleszynski runden das Angebot auf dem Wochenmarkt ab.

Weil die Fischelner Straße nicht im Zentrum liegt, bieten die Händler einen besonderen Service an. Jugendliche ab zwölf Jahren bringen Älteren ihre Bestellungen vom Wochenmarkt nach Hause. Eine Alternative: Jugendliche ab 18 Jahre übernehmen einen Fahrdienst zum Markt an.

Um die älteren, nicht mehr ganz mobilen Bösinghovener sorgt sich auch Hubert Kräling, der Vorsitzende des Bürgervereins. Er sei in einem gewissen Zwiespalt, sagt Kräling. Er freue sich, dass es ein attraktives Angebot gebe, hoffe aber, „dass das Angebot im Ortskern trotzdem erhalten bleibt“. Der Bö-Markt mit Bäckerei und Lebensmitteln sorgt für die täglichen Bedarf, mittwochs stehen hier außerdem Fisch- und Käsewagen.

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