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Besuch in Shijonawate: In der Stadt des Lächelns

Besuch in Shijonawate: In der Stadt des Lächelns

Meerbuscher Stadtspitze besuchte erstmals die Partner in Shijonawate.

Meerbusch. Ihre Begeisterung ist offensichtlich, und die Erschöpfung nach einer anstrengenden Reise in die Partnerstadt Shijonawate sieht man ihnen nicht an.

Knapp 700 Aufnahmen huschen am Mittwoch über die Wand des Fouesnant-Zimmers — Dokumente der sechstägigen Reise, von der Bürgermeister Dieter Spindler, die Erste Beigeordnete Angelika Mielke-Westerlage sowie Referentin Bettina Scholten am Dienstagnachmittag zurückkehrten.

Da steckten ihnen abgesehen von der Anreise 17,5 Flugstunden, vier Stunden Aufenthalt in Dubai und vier intensive Besuchstage in den Knochen.

Im Fünf-Minuten-Takt waren die Termine gestaffelt. „,Jetzt geht es weiter’ war der Satz, den wir am häufigsten gehört haben“, sagt Dieter Spindler scherzhaft, der voll des Lobes für seine höchst aufmerksamen und herzlichen Gastgeber ist.

Die kleine Delegation besuchte Schulen und Schreine, lernte Verwaltungsmitarbeiter und Ratsherren kennen, bewunderte trommelnde Kinder im Bürgerhaus und kleine, barfüßige Akrobaten im Kindergarten.

Immer hatte sie diskrete Wegweiser: Aus dem Hintergrund wurde die Anzahl der Verbeugungen im Tempel geflüstert, lächelnd die Handhabung der Stäbchen demonstriert. „Wir hatten aber auch geübt“, sagt Spindler. Es sei hilfreich gewesen, dass man in Japan schlürfen und das Schälchen an den Mund führen dürfe, gesteht Bettina Scholten lächelnd.

Viele herzliche Begegnungen haben die Meerbuscher genossen, erzählt Angelika Mielke-Westerlage. Besonders geehrt fühlten sie sich, weil Bürgermeister Natsuki Tanaka aus dem Krankenhaus heraus zu den wichtigsten Termine kam, wegen eines Bandscheibenvorfalls im Rollstuhl sitzend.

Nicht zuletzt unterzeichneten die Bürgermeister die Partnerschaftsurkunde. Im Partnerschaftskomitee von Shijonawate engagieren sich Akteure, die Meerbusch kennen. Einer hat einige Jahre in Lank gelebt, eine andere schon mal den 10 000-Meter-Mailauf in Osterath gewonnen.

Es ist ein guter Auftakt der neuen Partnerschaft: freundlich, aber förmlich bei der ersten Begegnung im Dezember 2010, Arm in Arm eingehakt und lächelnd am Ende des jetzigen Besuchs.

Jetzt gilt es, die Freude an der Begegnung mitzuteilen und die Partnerschaft auf eine breite Basis zu stellen. Bilder der Mauritius-Grundschüler werden eine Brücke zu Kindern in Shijonawate bauen, Internettelefonie den Kontakt zwischen Jugendlichen erleichtern. Parallel will Bettina Scholten einen Japan-Zirkel in Meerbusch aufbauen.