Berufswahl: Unternehmen informieren Schüler beim "Check in"

Berufswahl: Unternehmen informieren Schüler beim "Check in"

Job und Bewerber müssen passen. 235 Unternehmen beteiligen sich am Check in.

Rhein-Kreis Neuss. Das fünfte Mal haben Schüler in der Woche vom 23. bis 26. Juni die Chance, Unternehmen und Berufswelten kennenzulernen. Check in nennt sich die Aktion, die von IHK und Handwerkskammer unterstützt und von den Wirtschaftsförderern der beteiligten Kommunen geschätzt wird.

Als „wichtigen Baustein zur Nachwuchsförderung“ bezeichnet Kreiswirtschaftsförderer Robert Abts das Angebot. Das hätten auch die Unternehmen erkannt: Immer mehr beteiligten sich. Die Quote der Wiederholungstäter liege bei rund 70 Prozent, nennt Organisator Thomas Feldges Zahlen.

68 Schulen im Rhein-Kreis haben Interesse an dem Angebot bekundet, und Abts hofft, dass die Initiatoren — um im Bild zu bleiben — mit der Terminauswahl 26. Juni „nicht in die Abseitsfalle tappen“: Um 18 Uhr wird das Spiel Deutschland gegen die USA angepfiffen. Mit Rücksicht darauf lassen die Firmen im Rhein-Kreis die Jugendlichen zwischen 12 und 16 Uhr in ihre Gebäude.

Wie seine Kollege Abts ist auch Peter Hauptmann von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) im Kreis Viersen vom Modell Check in überzeugt. Es sei ein spannendes Format, zumal Jugendliche aktiv auf die Firmen zugehen müssten. Diesen Aspekt der Eigeninitiative und Freiwilligkeit sei „wichtig für Schüler und Unternehmen“, sagt Andreas Strube (WfG Krefeld). Check in biete an verschiedenen Tagen und unterschiedlichen Orten die Möglichkeit, ein großes Spektrum an Unternehmen und Berufen kennenzulernen.

Letztlich gehe es darum, eine falsche Berufswahl zu vermeiden, betont Abts. „Wir wollen die richtigen Leute an die richtige Stelle vermitteln.“

In Zeiten des Fachkräftemangels und unbesetzter Lehrstellen ist das auch ein Wirtschaftsfaktor. 930 Millionen Euro Umsatz sei im Jahr 2011 nicht gemacht worden, weil die Fachkräfte gefehlt hätten, zitiert Feldges eine Zahl der Arbeitsagentur.

Was für die Jugendlichen wichtig ist: Es gibt keine kommunalen Grenzen. Alle Schüler dürfen sich in jedem Unternehmen informieren. Die Palette der Teilnehmer ist bunt: Vom kleinen Café Poeth in Kempen bis zum Weltmarktspieler 3M oder Currenta sind alle Unternehmensgrößen vertreten. „Weitersagen!“, sagt Feldges.

Er habe nichts unversucht gelassen, die Schüler zu motivieren. In einer Auflage von 40 000 Stück sei das Check-in-Magazin aufgelegt und der Nachfrage entsprechend an den Schulen verteilt worden. „Jetzt beten wir, dass es an den Tagen weder regnet noch stürmt“, sagt Feldges. „Wir hatten schon alles — außer Schnee.“

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