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Bauausschuss will Standards für Straßenausbau festlegen

Bauausschuss will Standards für Straßenausbau festlegen

Heute entscheiden die Politiker über die Sanierung der Straße Am Oberbach.

Es geht heute Nachmittag im öffentlich tagenden Bauausschuss nicht nur um Kosten, sondern um eine Grundsatzfrage: Nach welchem Standard sollen in Meerbusch Straßen saniert werden? Die Politiker haben eigentlich bereits entschieden: Die Straße Am Oberbach in Langst-Kierst soll so hergerichtet werden, dass sie die nächsten 50 Jahre hält. Um den Frostschutz sicherzustellen, will die Stadtverwaltung die Straße bis zu 80 Zentimeter tief auskoffern. Die Anwohner, die den Großteil der Kosten der Baumaßnahme tragen müssen, dürfen eine deftige Rechnung erwarten.

Geht’s nicht auch eine Nummer billiger, fragten die betroffenen Anwohner — und gaben ein Kurzgutachten bei Straßenbauexperten Professor Hartmut Beckedahl von der Universität Wuppertal in Auftrag. Und auch die Verwaltung wappnete sich und beauftragte einen Gutachter damit, Frostsicherheit und die Tragfähigkeit des Bodens zu untersuchen.

Beide Gutachter kommen hinsichtlich des vorgefundenen Untergrunds zu nahezu identischen Ergebnissen — ziehen aber gegensätzliche Schlussfolgerungen. Der von der Stadt beauftragte Gutachter rät zu einem Ausbau der Straße durchgängig in der höchsten Frostsicherheitsstufe. „Infolge der bislang nicht aufgetretenen Frostschäden, wird [...] keine Veränderung der vorhandenen frostsicheren Dicke erforderlich“, schreibt hingegen der von den Anwohnern beauftragte Gutachter.

Die FDP-Fraktion hat beantragt, dass Gutachter Beckedahl in der heutigen Sitzung Rederecht erhält, um seine Schlussfolgerung zu erläutern.

Zudem stellt sie den Antrag, die Straße wie von ihm empfohlen auszubauen. So ließen sich, je nach Bauabschnitt, zwischen 17 und 30 Prozent der Baukosten einsparen. Die Verwaltung empfiehlt, den Ausbau durchgängig in der höchsten Frostschutzstufe durchzuführen.

Weitere Themen im Bau- und Umweltausschuss sind unter anderem ein Bürgerantrag des Bund für Umwelt und Naturschutz, Meerbusch zur „frackingfreien Gemeinde“ zu erklären und ein geplantes Vordach fürs Forum Wasserturm.