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Ausschuss diskutiert über Car-Sharing in Meerbusch

Ausschuss diskutiert über Car-Sharing in Meerbusch

Der BUND fordert mindestens an drei Orten in der Stadt ein Car-Sharing-Angebot.

Geht es nach dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), gibt es bald ein Carsharing-Angebot in Meerbusch. Ein entsprechender Antrag der BUND Ortsgruppe Meerbusch liegt dem Bau- und Umweltausschuss vor, der darüber in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 2. September, diskutieren wird. Dass Car-Sharing eine beliebte Alternative zum eigenen Auto ist, wird in Städten wie Düsseldorf oder Köln klar. Allein in Düsseldorf gibt es fünf verschiedene Anbieter. Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt laut BUND im Schnitt fünf bis acht Privatwagen, wird von rund 30 Menschen genutzt und entlastet sowohl Luft als auch öffentlichen Straßenraum. Ob das Carsharing-Prinzip aber auch in Meerbusch so erfolgreich sein wird wie in großen Städten, darüber gehen die Meinungen auseinander. Vor allem, da gerade bekannt wurde, dass der Anbieter Car to go sein Angebot in Düsseldorf erstmals verkleinert und äußere Stadtteile wie zum Beispiel Unterrath aus seinem Geschäftsgebiet gestrichen hat.

Das Prinzip des Auto-Teilens greift vor allem in Städten, in denen wenig Parkraum zur Verfügung steht und es viele Menschen gibt, die sich kein eigenes Auto leisten können oder wollen. Das ist beides in Meerbusch nicht der Fall. Im Gegenteil. Meerbusch weist eine enorme Dichte an Autos auf. „Daher wäre Carsharing in Meerbusch auch eher aus ökologischen Gründen sinnvoll“, sagt Andrea Blaum vom BUND. „Meerbusch ist nicht unbedigt die Carsharing-Klientel“, weiß auch Blaum. „Hier ginge es weniger darum, das Auto übrhaupt zu ersetzen, sondern viel mehr darum, auf den Zweit-oder Drittwagen zu verzichten.“ Meistens sei es doch so, dass nur einer im Haushalt den Wagen dringend brauche. Das Carsharing diene dazu, Engpässe auszugleichen, wenn doch beide mal zur gleichen Zeit irgendwo hin müssten. Allerdings sei in Meerbusch nicht das herkömmliche Carsharing-Modell geplant, nach dem ein Auto einfach am Ziel des Nutzers abgestellt wird. „Mehr Sinn würde ein stationsgebundenes Angebot machen, bei dem der Wagen immer wieder am gleichen Ort abgestellt wird“, sagt Blaum. Sonst könnte es passieren, dass ein Auto an einem wenig frequentierten Ort abgestellt werde. Angedacht sind mindestens drei Standorte in Büderich, Osterath und Lank.

Der Antrag des BUND sieht vor, dass die Verwaltung mit verschiedenen Carsharing-Unternehmen verhandelt, ob überhaupt ein Interesse besteht. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die in Frage kommenden Unternehmen für Rheinbahn-Abonnenten Sonderkonditionen einräumen. „So wäre das Angebot für Rheinbahn-Kunden noch attraktiver“,glaubt Blaum.

Die Umweltbeauftragte der Stadt Meerbusch, Johanna Neumann, hat bereits Kontakt zu verschiedenen Anbietern aufgenommen. „Car to go und Drive now haben kein Interesse, das liegt aber auch daran, dass sie dieses ,free floating’-Prinzip haben, also, dass das Auto irgendwo abgestellt wird.“

Interesse bekundet hätten Drive Carsharing, Greenwheels, Stadtmobil und Flinkster, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bahn — mit Flinkster wäre also am ehesten eine Bahn-Kooperation wahrscheinlich. Konkrete Gespräche finden in dieser Woche statt. „Die Anbieter müssen sich natürlich auch erst mal mit dem Stadtgebiet und der Struktur auseinander setzen“, erklärt Neumann. Am liebsten sei den Anbietern, wenn die Stadt die Autos mitbenutzt, damit eine ausreichende Auslastung gewährleistet ist. Neumann: „Wir haben aber Dienstwagen, die wir natürlich auch nutzen müssen, zumal das wiederum Autos mit Erdgas sind, also sehr umweltfreundlich.“

Würde sich ein anderes Meerbuscher Unternehmen finden, das für seine Mitarbeiter für einige Termine Autos bräuchte, wäre das ein großes Plus in der Entscheidungsfindung, ob ein solches Angebot von der Politik bewilligt wird. Es müsse ein starkes Signal seitens der Bürger kommen, um den Plan umsetzen zu können.