Auf einem Feld in Meerbusch sind 400 Strohballen in Brand geraten.

Feuer in Nierst : Strohballen-Brand hält Helfer in Atem

Feuerwehrleute haben am Freitag bis in den Nachmittag das noch glimmende Stroh auseinandergezogen und die Glutnester gelöscht. Den Schaden schätz Landwirt Rainer Roos auf rund 5000 Euro.

Rainer Roos war schon zu Hause, als gegen 21.30 Uhr die Nachbarin klingelte und aufgeregt mitteilte: „Dein Stroh brennt.“ Rund 400 Strohballen, die der Nierster Landwirt auf einem Feld an der Straße Kullenberg lagerte, sind in der Nacht zu Freitag in Flammen aufgegangen. „Jetzt haben 500 Mastschweine in der angrenzenden Halle keine Liegewiese mehr“, sagt Roos, der nun so bald wie möglich neues Stroh für seine Tiere „organisieren“ will. Auf rund 5000 Euro schätzt er den Schaden. Noch schlimmer als der materielle Verlust sei aber die Beklommenheit, die bleibt. „Das ist das erste Mal, dass bei uns eine Strohmiete gebrannt hat. Über die Ursache kann ich nur spekulieren. Aber natürlich haben wir jetzt ein sehr ungutes Gefühl.“

Gegen 21.15 Uhr am Donnerstagabend war der Alarm in der Feuerwehrleitstelle für die Einheiten aus Nierst, Langst-Kierst und Lank eingegangen: „Strohmiete in der Nähe eines landwirtschaftlichen Betriebes in Brand geraten.“ Für die umliegenden Gebäude, darunter die Halle mit den Tieren, bestand keine direkte Gefahr. Doch die Feuerwehr musste verhindern, dass das angrenzende Gerstenfeld in Brand geriet. Geistesgegenwärtig hatte Landwirt Rainer Roos mit seinem Traktor eine Schneise ins Feld rund um die Brandstelle gefahren, die die Feuerwehr dann wässerte. „Außerdem haben wir eine Wasserwand erzeugt, die das Feld vor Funken geschützt hat“, erklärt der Nierster Löschgruppenführer Thorsten Neukirchen. „Wir hatten Riesenglück – ein paar Wochen später, wenn das Feld reif und trocken gewesen wäre, hätten ein paar Funken für einen Vollbrand gereicht.“

Da ein Löschen der dicht gepressten Strohballen mit Wasser kaum möglich war und die Mengen an Löschwasser im Boden möglicherweise noch mehr Schaden angerichtet hätten, entschied die Feuerwehr, die Strohmiete kontrolliert abbrennen zu lassen. Dieser Einsatz zog sich dann bis Freitagnachmittag hin. Die Feuerwehrleute aus Lank, Langst-Kierst und Nierst lösten sich dabei immer wieder ab. Vor dem Feld war für die erschöpften Helfer ein Pavillon mit Getränken, Obst und Brötchen aufgebaut.

Thorsten Neukirchen und sein Kollege Matthias Platen, Löschgruppenführer Langst-Kierst, waren mit rund zehn weiteren Kameraden am Freitag bereits seit vier Uhr morgens wieder im Einsatz und entsprechend müde. „Den Brand einer so großen Strohmiete haben wir bislang noch nicht erlebt“, sagen beide.

Wegen der enormen Rauchentwicklung waren die Bewohner der umliegenden Ortsteile in der Nacht über die Warn-App „Nina“ informiert und aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Neukirchen: „Aber im Ort wusste sowieso jeder Bescheid.“ In der Nacht wurde auch mehrfach kontrolliert, ob die Schweine durch den Rauch in Gefahr waren, was aber nicht der Fall war.

Den gesamten Freitagmorgen bis zum Nachmittag waren die Feuerwehrleute damit beschäftigt, das Stroh auseinanderzuziehen und gezielt zu löschen. Immer wieder züngelten kleine Flammen auf, der dichte Rauch war auch da noch aus der Ferne zu sehen und zu riechen. Die Firmen Neukirchen aus Lank und Bolten aus Ilverich hatten jeweils einen Radlader zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeuge mussten ebenfalls permanent abgespritzt werden, um nicht zu überhitzen. Das Nachglimmen der Strohballen könne noch eine halbe Woche dauern, vermutet Ralf Bolten. Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Meerbusch kam am Freitagvormittag ebenfalls zur Einsatzstelle, um sich die Lage vor Ort anzuschauen. Sein Eindruck: „Das ist schon enorm. Aber wenn solch große Strohmieten einmal brennen, dann ist das sehr intensiv und dauert lange.“

Am Freitagnachmittag konnten die Feuerwehrleute das Feld verlassen und sich endlich ausruhen. Thorsten Neukirchen: „Aber zwei Kameraden werden weiterhin stündlich zur Kontrolle vorbeifahren. Auch die Schläuche bleiben vorerst liegen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung