Apotheke bietet Kundenservice vor Ort : Der Spagat der Apothekerin

Uta Dorten will den Kunden in ihrer Apotheke in Büderich helfen. Nicht nur in Corona-Zeiten hat sie ein offenes Ohr für deren Anliegen und Krankheiten und spricht ihnen Mut zu.

Uta Dorten ist Apothekerin aus Leidenschaft, mit vollem Herzen Mutter ihrer beide Söhne, und gemeinsam mit ihrem Mann Oliver leitet sie das Familienunternehmen „Apotheke“ mit den beiden Standorten Büderich und Wuppertal. Sie wuppt am Nachmittag Homeschooling mit ihrem ältesten Sohn (7) in Solingen, und holt den Kleinen (4) aus der Notbetreuung aus der Kita ab.

Sie ist eine 41 Jahre alte Powerfrau mit vielen Ideen und ist dabei ganz nah an ihren Kunden, denen sie Mut zuspricht. „Ich habe den Beruf gewählt, um Menschen zu helfen und intensiven Kontakt mit ihnen zu pflegen“, erzählt die Apothekerin. Man nimmt es ihr ab, wenn sie über ihren Arbeitsalltag in der Bresges Apotheke an der Düsseldorfer Straße berichtet. Und vor allem, wenn sie sich an ihre ersten Wochen in Meerbusch erinnert: Denn mit Beginn der Corona-Pandemie hat sie die Apotheke im Vitalcenter in Büderich im März vergangenen Jahres von der Familie Bresges übernommen. Es sollte eine schöne Übergabe stattfinden, mit einem kleinen Fest, im Beisein der Stammkunden und Mitarbeiter. Aber das Coronavirus machte einen Strich durch die Rechnung. Keiner war mehr in Feierlaune, die Menschen hatten Angst vor dem Lockdown, wussten nicht, was die Zukunft bringt und horteten neben Toilettenpapier und Hefe auch noch Medikamente. „Paracetamol, das eigentlich in jeder Apotheke ausreichend vorhanden ist, war plötzlich auf dem Markt nicht mehr zu bekommen“, erinnert sich Dorten. Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Masken waren gefragt, und in beiden Apotheken wurden Plexiglasscheiben zum Schutz der Mitarbeiter eingezogen. „Wir haben ein sehr strenges internes Hygienekonzept, das die Mitarbeiterinnen mit Kitteln und Masken schützt. Denn wenn unser Team erkrankt, müssen wir schließen und sind nicht mehr für die Kunden da“, sagt Dorten.

Das Leben als Herausforderung statt Belastung

Wenn sie nicht selber vor Ort ist, sondern den Spagat zwischen Kindern, Haushalt, Homeschooling und der zweiten Apotheke meistert, leitetet Janina Macalla die Pharmazie in Büderich. „Fast alle meine Mitarbeiterinnen sind auch Mütter“, weiß sich die Chefin in die Rolle der Angestellten zu versetzen. Uta Dorten ist um deren Wohl genauso besorgt, wie um das Wohlergehen der Kunden. „Das persönliche Gespräch mit den Kunden, der Servicegedanke stehen bei mir an erster Stelle“, ergänzt sie. Auch die Apotheke vor Ort hat einen Lieferservice mit dem Auto oder dem Rad. Da müsse niemand sein Rezept erst umständlich nach Holland in eine Versandapotheke schicken. „Wir Apotheker vor Ort sind nicht nur eine Rezeptausgabestelle“, sagt sie bestimmt und verweist auf persönliche, langjährige Kontakte, die bis zu den Kindern und Enkelkindern der Kunden reichen.

Drei Jahre haben Oliver und Uta Dorten nach einer zweiten, größeren Apotheke gesucht und sind bei Familie Bresges in Büderich fündig geworden. Die Fahrt von Solingen nach Büderich nimmt die Apothekerin gerne in Kauf, um an drei Tagen in der Woche für die Büdericher da zu sein. „Nachmittags übernehme ich bei meinem Sohn Kunst- und Sachunterricht, nachdem der Papa am Vormittag schon Deutsch und Mathe unterrichtet hat“, beschreibt sie das Familienteam.

Als Belastung sieht sie ihre Mehrfach-Einsatzorte nicht, mehr als Herausforderung, die sich meistern lässt. Genauso wie die Pandemie, die Umstellung auf E-Rezepte und die Ausgabe der FFP2-Masken, die sie ausreichend bestellt hat, damit keine Engpässe entstehen. Ja, und die zwei Euro, die bei Masken-Abholung auf Berechtigungsschein an die Apotheke gezahlt werden müssen, will sie spenden. „Das Geld werden wir auf eine runde Summe aufstocken und an das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland überweisen“, haben sie und ihr Mann beschlossen.