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Amprion-Pläne: Zahl der privaten Einwender wächst

Amprion-Pläne: Zahl der privaten Einwender wächst

Auch Landrat spricht sich gegen Amprion-Pläne aus. Am Dienstag lädt die Initiative gegen den Doppelkonverter ab 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Realschule ein.

Osterath. Nachdem sich inzwischen die Stadt, die Parteien im Rat und auch der Bürgerverein in den Kampf der neu gründeten Bürgerinitiative gegen den von Amprion geplanten Doppelkonverter an der Strom-Autobahn Emden-Philippsburg in Osterath eingereiht haben, sagt jetzt auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke den Gegnern seine Unterstützung zu.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum eine frühzeitige Festlegung auf die vorhandenen Knotenpunkte erfolgt ist und somit eine alternative Standortprüfung für großräumige Industrieanlagen unterbleibt. Hierdurch werden massive Eingriffe in die städtebauliche Entwicklung in Kauf genommen“, erklärt Petrauschke in einem Schreiben an die Bundesnetzagentur in Bonn.

Der Rhein-Kreis Neuss spreche sich gegen die großräumige Inanspruchnahme von Freiraum und die damit einhergehenden erheblichen Eingriffe in das Landschaftsbild aus. Vielmehr sollte die Unterbringung entsprechender Anlagen in dafür geeigneten Gewerbe- und Industriegebieten geprüft werden, so Petrauschke weiter.

Der Rhein-Kreis Neuss fordert laut Petrauschke Amprion und die Bundesnetzagentur auf, „alle Planungsgrundlagen offenzulegen und durch eine begründete und nachvollziehbare Standortprüfung inklusive Alternativenbetrachtung sicherzustellen, dass die erforderlichen Großanlagen in dafür geeigneten Gebieten ohne Nähe zur Wohnbebauung errichtet werden“.

In der Zwischenzeit sind auch immer mehr Privatleute dem Aufruf der Initiativen-Sprecher Karsten Weigmann und Astrid Linn gefolgt, in individuell verfassten Einwendungsschreiben ihrem Protest Ausdruck zu verleihen..

Evamarie und Wolfgang Miller zum Beispiel halten Amprion vor, dass nur mit einer seriösen Informationspolitik unter Mitnahme der Bevölkerung die Energiewende verträglich und möglich sein werde. „Mit bewusster Zurückhaltung bei der Beantwortung von Fragen, Trickserei und Verschleierung versucht man stattdessen, die Anwohner zu überrumpeln“, klagt das Paar in einem offenen Brief an und listet anschließend zwölf aus seiner Sicht zu erwartende Belastungen für die Anwohner in Osterath auf.

Am Dienstag lädt die Initiative gegen den Doppelkonverter ab 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die Realschule ein. Am Donnerstag steht das Thema im Rat auf der Tagesordnung (17 Uhr, Meerbusch-Gymnasium).