Alltagseindrücke und viele Partys

Alltagseindrücke und viele Partys

42 Meerbuscher besuchten die Freunde in Loose Creek, Missouri.

Meerbusch. Zum 6. Mal hat der Heimatkreis seine Partner in Missouri besucht. Das Wiedersehen nach zwei Jahren sei ein unglaublicher Moment gewesen, erzählt Gerd Schumeckers über die Ankunft der Meerbuscher in Loose Creek. „Vor der Kirche stand alles, was laufen konnte“, ergänzt der Heimatkreis-Vorsitzende Franz-Josef Radmacher schmunzelnd.

Die Nachfahren der Auswanderer vom Niederrhein bereiteten den 42 Meerbuschern einen herzlichen Empfang. Viele kannten sich von früheren Begegnungen, andere nahmen ersten Kontakt zu ihren Gastfamilien auf. Der wurde noch am gleichen Abend bei der ersten von „sieben Partys in sieben Tagen“ gefestigt. Mal bildete ein Pool, mal ein See die Kulisse.

Loose Creek ist laut Schumeckers „etwa so groß wie Nierst“. Wohin sich die Besucher abends wenden mussten, war leicht zu ermitteln: Es gab einen mobilen Bierwagen mit zwei Zapfhähnen. „Der wurde immer dahin gerollt, wo die Party stattfand“, erzählt Leo Jürgens, der als stellvertretender Bürgermeister die Stadt repräsentierte. Jürgens betrachtete das Gefährt mit Respekt: Trotz 40 Grad und praller Sonne sei das Bier eiskalt gewesen, lobt er.

Apropos Temperaturen: Hitze und Dürre machten in Missouri nicht nur den Gästen, sondern den Farmern ernsthaft zu schaffen. Der Mais verkümmert auf den Feldern, es herrscht die größte Dürre seit 50 Jahren. „Sie müssen Futter zukaufen und können keine Vorräte für den Winter anlegen“, berichten Radmacher und Schumeckers, der Vorsitzende des Missourikomitees, über die Region im Süden. Deren Landwirte haben sich neben dem Getreideanbau auf Truthahn- Bullen und Schweinezucht spezialisiert.

Dass sie am Alltag ihrer Gastgeber teilnehmen konnten, hat vielen Besuchern gut gefallen. Felix Stein packte zwei Stunden lang gespendete Nahrungsmittel ein, die an Hilfsbedürftige verteilt wurden. Leo Jürgens begleitete seinen Gastgeber, einen Landtagsabgeordneten, nicht nur zum Capitol, sondern entlarvte ihn auch als Kammerjäger. Wie selbstverständlich lag irgendwo ein Gewehr griffbereit: „Die können von der Terrasse aus Hirsche schießen!“ Wie selbstverständlich wurde kein Haus verschlossen. „Nur nachts die Kirche“, sagt Inge Stein vom Missourikomitee. Die Nacht fing früh an: „Um 21 Uhr war Schluss“, sagt Leo Jürgens.

Es war ein herzliches Wiedersehen und ein herzlicher Abschied — mit Aussicht auf ein Wiedersehen in zwei Jahren in Lank.

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