1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Meerbusch

Adam-Riese-Schule: Polizei gibt Unterricht im Radfahren

Adam-Riese-Schule: Polizei gibt Unterricht im Radfahren

Polizei gibt 50 Kindern an der Büdericher Adam-Riese-Schule Radfahrunterricht.

Büderich. Stolz klebten die 50 Viertklässler der Adam-Riese-Schule Dienstag die „Bestanden“-Aufkleber auf ihre Fahrräder. Die zumeist Zehnjährigen hatten zuvor eine dreistündige Radfahrausbildung der Polizei mitgemacht — und dabei gut aufgepasst. „Es ist wichtig, mit Handzeichen zu signalisieren, dass man abbiegen will“, erklärt Tolga, und Kimberly ergänzt: „Nicht immer so rasen. Wer langsam fährt, kommt auch an.“ Während Jana jetzt alles über den Schulterblick weiß, hat Rana gelernt, wie sie richtig in die Kurven fährt. Und Miriam betont: „Man sollte den Gegenverkehr im Auge haben.“

Im Rhein-Kreis Neuss verunglückten im vergangenen Jahr 68 Kinder mit ihrem Rad (2011: 76). In sechs Fällen waren schwere Verletzungen die Folge. Mit ihrem Radtraining an Schulen versuchen Beamte der Verkehrsunfallprävention, Kinder besser auf die alltäglichen Gefahren im Straßenverkehr vorzubereiten.

„Wir machen das bewusst in den vierten Klassen. Denn wenn die Kinder auf die weiterführenden Schulen wechseln, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass sie längere Schulwege mit dem Rad zurücklegen müssen“, erklärt Sabine Porrio. Daher versucht die Polizeioberkommissarin auch, in der relativ kurzen Zeit den Kindern ein möglichst umfassendes Bild über das richtige Verhalten im Verkehr zu vermitteln und ihnen die wichtigsten Verkehrsregeln zu erklären.

Was der Polizistin, die diesen Job bereits seit zehn Jahren macht, aufgefallen ist: „Bei den Grundschülern sind die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren tendenziell rückläufig, weil Eltern sie öfter als früher mit dem Auto zur Schule bringen. An den weiterführenden Schulen ist eher das Gegenteil der Fall.“ Sie kann nur spekulieren, warum das so ist: „Ich haben den Eindruck, dass die Kinder insgesamt schlechter fahren — wahrscheinlich, weil die Eltern sich nicht mehr die Zeit nehmen, ihren Kindern das Radfahren beizubringen.“

Deutlich werde das zum Beispiel daran, dass Kinder sehr oft abbiegen würden, ohne den Arm auszustrecken. Grund: „Sie können nicht mehr einhändig fahren, nicht einmal für zwei Sekunden“, hat Sabine Porrio beobachtet. www.polizei.nrw.de/ rhein-kreis-neuss