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Adam-Riese-Schule legt Acker auf Hof in Meerbusch an

Schulprojekt in Meerbusch : Schulprojekt „Ackerdemie“ erntet erste Erfolge

Mit einem Geldgewinn und der Unterstützung der „Bürgerstiftung Wir für Meerbusch“ kann das Schulprojekt rund um den Gemüsegarten an der Adam-Riese-Grundschule in Büderich realisiert werden.

Mit einem Gewinn von 1750 Euro bei einem Sponsoring Wettbewerb der Stadtwerke hat die Adam Riese Grundschule in Büderich an der Witzfeldstraße im vergangenen Jahr den Grundstein für ihr Projekt „Ackerdemie“ gelegt. Dort stellten die engagierten Eltern und der Förderverein ihre Herzensangelegenheit, ein Gemüsebeet für die Schüler anzulegen vor, sammelten Stimmen und belegten den zweiten Platz in dem Contest. Mit diesem Startkapital konnte das rund 4800 Euro teure Vorhaben rund ums Ackern aber noch nicht in Angriff genommen werden, erinnert sich die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Regina Bacquias. Also holten sie und Fördervereinsvorsitzende Claudia Evertz die Bürgerstiftung Meerbusch in ihr Gemüse-Boot. Die Bürgerstiftung sagte die Finanzierung für zwei Jahre zu und die Feldarbeit konnte beginnen.

Schulleiter Marc Adams und Sachunterrichtslehrerin Farina Herbring waren von der Idee angetan und ein Rasenfeld von fünf mal 18 Metern wurde als Ackerfläche ausgeguckt und vom Grünflächenamt von der Grasnarbe befreit. Und dann kam der Verein Acker aus Berlin mit ins Spiel. Der gemeinnützige, 2014 gegründete Verein betreut Schulen, Lehrer und Kinder bei ihrem Vorhaben, Gemüse selber anzubauen. Sie bieten Info- und Lernplattformen für Lehrer und Kinder und begleiten das Projekt über vier Jahre. Sie sind bei den ersten Pflanzaktionen mit Werkzeuge, Samen, Pflanzen und Rat und Tat zugegen. „Heute bei unserem zweiten Pflanztag an der Adam Riese Schule können wir schon erste Ackererfolge sehen“, sagt Susanne Büchner, Regionalkoordinatorin für Düsseldorf und den Niederrhein. Hatten die Kinder vor einigen Wochen Fenchel, Kartoffel, Sellerie, Zwiebeln, Mangold und Radieschen gepflanzt, standen jetzt Tomaten, Kürbis, Mais, Gurke und Sojabohnen auf dem Programm. Die Schüler des dritten und vierten Jahrgangs begleiten aktiv dieses Projekt und lernen nicht nur schmackhaftes Gemüse kennen. Farina Herbrich: „Wir lernen hier im Garten ganz andere Seiten der Kinder kennen.“ Die Sozialkompetenz werde gefördert und Achtsamkeit gelehrt.

Denn es gibt drei wichtige Ackerregeln, die alle Jungen und Mädchen wissen müssen: Auf den Wegen gehen und nicht auf den Beeten! Vorsichtig sein mit den Geräten! Pflanzen nur unten anfassen!

Für die Mädchen und Jungen
ist immer etwas zu tun

Auch außerhalb der Pflanztage betätigen sich die Kinder ein- bis zweimal in der Woche im Garten. Schließlich muss geerntet werden – die ersten Radieschen haben schon hervorragend geschmeckt – es muss Unkraut entfernt werden und auch gegossen werden. „Aber das ist wirklich die wenigste Arbeit. Die Pflanzen überstehen auch die Sommerferien ohne tägliches Gießen“, sagt Büchner.

Schulleiter Adams begleitet die Gemüse-Ackerdemie mit Begeisterung: „Wir sind die erste Schule in Meerbusch, in der geackert wird. Klar, es ist etwas Spielrasenfläche weggefallen, aber die Motivation der Kinder reicht sogar bis zu ihren Eltern.“ Denn das Gelernte wollen die Kleinen gerne auch im heimischen Garten praktisch umsetzen.

Auch mit den „Gemüsefeinden“haben die Schüler zu kämpfen. Die entdeckten Läuse am Fenchel werden nun mit Brennesseljauche vertrieben und der Salat mit Plastikkörbchen und Flatterband vor wühlenden Tauben geschützt. „Der Drahtwurm hat uns ein paar Salatköpfe von unten weggefressen“, resümiert Susanne Büchner.

Die große Ernte im Herbst soll in der kleinen Schulküche zubereitet werden. Die Kinder werden Zucchini und Co. mit nach Hause bekommen und auch in der OGS verarbeiten.

Gerade die Verbindung von Lehrern, Eltern, Kindern und dem offenen Ganztag schätzt Marc Adams an der Gemüse Ackerdemie. „Wir Lehrer und die Kinder kommen aus dem theoretischen Unterricht im Klassenzimmer raus an die frische Luft. Sie dürfen sich bewegen, mit den Händen arbeiten und Unbekanntes entdecken und verkosten“, sagt der Schulleiter. Genau das sind auch die Ziele, die sich der Verein Acker auf die Fahnen geschrieben hat: Kontakt der Kinder mit der Naur, mehr Bewegung und gesündere Ernährung und ein Gemüsewissen der Schüler mit einer Wertschätzung für Lebensmittel. „Diese landen weniger im Müll“, so der Verein Acker mit seiner Ackerdemie.