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Abriss an der Rheinfähre: Bitte um Aufschub

Abriss an der Rheinfähre: Bitte um Aufschub

Heimatkreis hofft auf die Einsicht der Planer in Langst-Kierst.

Meerbusch. Das Restaurant Wellen an der Rheinfähre in Langst-Kierst wird im Dezember geschlossen. Was geschieht dann an diesem Ort? Auf zwei Flurstücken sollen nach derzeitigem Plan insgesamt fünf Wohnhäuser entstehen, das alte Restaurant soll abgerissen werden. Einen entsprechenden Abrissantrag hat Karl Wellen bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Das will der Heimatkreis Lank nicht tatenlos hinnehmen, wie dessen Vorsitzender Franz-Josef Radmacher in der Ratssitzung noch einmal deutlich machte und zuvor bereits in einem Brief an die Denkmalbehörde in Pulheim formulierte: „Wir bitten, eine Möglichkeit zu finden, das Hauptgebäude der Gaststätte zu erhalten“, schreibt der Heimatkreisvorsitzende der zuständigen Dezernentin in Puhlheim.

„Das ganze Gebiet ist sehr empfindlich“, sagt Radmacher. „Jede übertriebene Eile ist nicht angebracht.“ Das sehen Klaus Rettig (FDP) und Werner Damblon (CDU) ebenso. Ihm schwebe, so Radmacher, eine Unterschutzstellung für den gesamten Bereich an der Rheinfähre und gegenüber auf Düsseldorfer Gebiet (Burghof, Kaiserswerth) vor.

Ein Ensemble unter Schutz zu stellen, sei zeitlich sehr aufwändig, sagt die Landesdenkmalpflegerin Helmtrud Köhren-Jansen. „Das ist ein sehr langes kommunales Satzungsverfahren, das sich über drei bis vier Jahre erstrecken kann, und es ist jetzt mit Sicherheit nicht geeignet, Haus Wellen zu retten.“

Eine erste Einschätzung, ob es sich bei einem Gebäude um ein Baudenkmal, beispielsweise um ein Haus mit ortsgeschichtlicher Bedeutung, handelt, könne hingegen „recht schnell“ getroffen werden. Dazu könne die Behörde Stadtverwaltung, Heimatkreis oder Geschichtsverein um Informationen bitten, und auf dieser Grundlage über eine vorläufige Unterschutzstellung entscheiden.

Möglich sei ebenso, dass man den Hinweis und das Interesse — in diesem Fall des Heimatkreises — zur Kenntnis nimmt, aber als Denkmalbehörde keinerlei Handlungsbedarf sieht. „So lange wir keinen Antrag stellen, gibt es durch das Schreiben des Heimatkreises an uns keinerlei Auswirkungen auf die städtischen Entscheidungen“, sagt Helmtrud Köhren-Jansen.

Aber auch die Stadt selbst habe die Möglichkeit, für das Ensemble oder das Restaurant eine Unterschutzstellung einzuleiten. Den Schutz des Ensembles hält der Technische Dezernent Just Gérard für wenig aussichtsreich. Der Schutz des Ensembles vor dem Deich würde einer Prüfung nicht standhalten, so Gérard.

Franz-Josef Radmacher geht davon aus, dass es für eine Einflussnahme auf die Planung noch nicht zu spät ist: „So wie die Planung vorliegt, ist sie unbefriedigend.“ Den „Wildwuchs an Bebauung in Langst-Kierst“ gelte es zu stoppen. „Ich hoffe auf die Weisheit der verantwortlichen Planer“, so Radmacher.