63. Ausstellung in der St. Mauritius Therapieklinik Meerbusch

St. Mauritius Therapieklinik : Neusser und Krefelder bilden eine Symbiose

„Südgang Krefeld“ und „Kunst.Neuss“ stellen in der St.-Mauritius-Therapieklinik aus.

Die 63. Ausstellung in der St.-Mauritius-Therapieklinik steht unter dem Titel „Symbiose“. Das betrifft nicht die Arbeiten: Gemeint ist die aus den Künstlervereinigungen „Südgang Krefeld“ und „Kunst.Neuss“ gebildete Gemeinschaft, die ein Spektrum an bildender Kunst zeigt.

Die großformatigen Fotografien, die Susanne Altweger unter Titeln wie „Fließendes Geld“ und „Paris-Schieflage“ auf Leinwand oder Alu-Dibond laminiert zeigt, stellen die Bedeutsamkeit einzelner Details heraus. Auch Hilla Baecker fotografiert, zeigt vorwiegend Stillleben auf Fine Art Print und damit das Besondere im Alltäglichen. Das können Augenblicke sein, wie sie Fotograf Stefan Houbertz darstellt. Sein Standpunkt ist: „Mit einem einzigen Klick kann ein Augenblick nahezu unsterblich werden.“

Ähnliches hat Jerzy Chartowski sicher auch erlebt. „Er ist ein Mutitalent, schafft Bühnenbilder, malt Plakate, ist Buchautor und renoviert Fresken“, stellt Altweger ihn vor und verweist auf die in Mischtechnik erstellten Arbeiten vom „Herbsttanz“ bis zum „Tod von Venedig“.

Die Künstler arbeiten mit völlig unterschiedlichen Techniken

Schicht um Schicht dagegen ist das Markenzeichen von Erika Schlee. Mit Spachtel und Pinsel erarbeitet sie grobe, meist monochrome Strukturen. So entstehen Bilder, deren Impulsgeber die Reliefs von Baumrinden und Steinen sind. Auch die von Landschaften inspirierte Malerei des Meerbuschers Klaus Menzel trägt eine unverwechselbare Handschrift. Diese drückt sich in den Arbeiten von Carola Lischke aus – vorwiegend in abstrakten Kompositionen dargestellt. Jutta Jung taucht ebenfalls in „expressive Farbigkeit“ ein und schafft Blickfänger.

Unübersehbar ist auch die Vorliebe von Künstlerin Anne Hallecker. Ihre Themen sind Frauenköpfe mit ungewöhnlicher Haarpracht. Experimentell wird in Collagentechnik aus Punkten, Buchstaben oder Pixeln zusammen mit einem dominant in Rot gezeichneten Mund das Weibliche betont. Tiere dagegen stehen bei Volker Sternberg im Mittelpunkt. Er lässt sich von der durch Linien geprägten Bildsprache der südperuanischen Nazca-Kultur inspirieren und nutzt Cortenstahl auf Holz, um klar umrissene Tierskulpturen zu zeigen.

Die Schau läuft bis 31. Oktober täglich von 9 bis 20 Uhr in der Therapieklinik an der Strümper Straße 111. mgö

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