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Stabhochsprung: Dilla verpasst Finale bei der WM

Stabhochsprung: Dilla verpasst Finale bei der WM

Der 22-jährige Dormagener überspringt in Südkorea nur 5,35 Meter, scheitert aber zweimal an 5,60 Meter.

Daegu/Dormagen. Der 22-jährige Stabhochspringer und U23-Vize-Europameister Karsten Dilla erreichte bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu nicht das Finale der 15 besten Springer am Montagmittag. Er war in der Qualifikation mit der für ihn indiskutablen Höhe von 5,35 Meter hängengeblieben.

Dabei hätte eine Höhe von 5,50 Meter für das Weiterkommen in das Finale gereicht. Doch die ging Dilla nach dem gelungenen zweiten Versuch über die 5,35 Meter erst gar nicht an. „Ich hatte bei diesem Versuch das gute Gefühl, dass wieder alles wie gewohnt klappen würde“, sagte der Dormagener später sehr enttäuscht. Er stieg erst wieder bei der Höhe von 5,60 Meter ein, doch es sah bei keinem seiner drei Sprünge so aus, als könnte er diese Höhe tatsächlich überspringen.

„Ich habe den Stab nicht so getroffen, dass er mich hätte rüberschießen können. Vielleicht habe ich mir zu viele Gedanken gemacht bei meiner ersten WM. Ich nehme auf jeden Fall einige Erfahrungen mit für die nächste große Meisterschaft“, erklärte Dilla sein Missgeschick.

Erst später rückte er auch mit einer möglichen Erklärung heraus. Ihm hätte es in den letzten Tagen vor dem Ausscheiden im Oberschenkel „geziept“. Die medizinische Abteilung habe ihn aber so gut behandelt, dass er schmerzfrei zur Qualifikation antreten konnte.

Wahrscheinlich wurde Dilla in Daegu doch das Opfer der viel zu lange dauernden WM-Nominierungshatz gegen seinen Dormagener Teamkollegen Björn Otto. Schon Anfang August hatte der Sportwissenschaftler und Trainer beim TSV Bayer Dormagen, Thorsten Ribbecke, das Verfahren des Deutschen Leichtathletik-Verbandes heftig kritisiert: „Wie soll sich ein Athlet in nur zwölf Tagen vernünftig auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten. Alle andere Athleten waren viel eher nominiert und konnten in aller Ruhe für die WM trainieren.“

Karsten Dilla konnte dies nicht, das Ergebnis war lediglich Rang 24 — als Vorletzter vor dem Lokalmatador Yoo Suk Kim aus Daegu, der sogar nur 5,20 Meter übersprang. Ganz am Schluss der Tabelle stand ohne Wertung der australische Olympiasieger (Peking) und Titelverteidiger Steven Hooker, der dreimal an 5,50 Meter gescheitert war.