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Radsport: Markus Fothen greift wieder an

Radsport: Markus Fothen greift wieder an

Der 30-jährige Profi aus Kaarst trainiert für seine Rückkehr in die Weltspitze.

Kaarst. Neuer Elan, neue Herausforderungen und den Aufstieg in die zweite Division im Blick: Radprofi Markus Fothen hat in dem zurückliegenden Jahr beim Team NSP nach einer schwächeren Phase den Spaß am Radsport wiedergefunden.

Jetzt setzt der Kapitän alles daran, dass es wieder aufwärts geht und er an frühere Erfolge anknüpfen kann. „Ich freue mich auf die neue Saison“, sagt der Kaarster Rundfahrtspezialist, der 2006 bei der Tour de France lange das weiße Trikot des besten Jungprofis trug und am Ende 14. wurde.

Bereits seit Anfang Oktober steht er wieder im Training. Damit dürfte seine Form zum Saisonstart besser sein, als im vergangenen Jahr.

Neu eingekleidet und mit nagelneuem Rennrad zeigte er sich mit der Mannschaft gut gelaunt vor gut 10 000 Zuschauern beim Berliner Sechs-Tage-Rennen und wenig später auch auf seinen Trainingsrunden. Die führen ihn seit wenigen Tagen über die Ferieninsel Mallorca. Bis zum 17. Februar holt er sich dort den letzten Feinschliff für das neue Wettkampfjahr.

Dafür hat er sich einiges vorgenommen. Er will an sein altes Niveau anknüpfen. Auch wenn er es vielleicht nicht sofort zugibt, reizen würde es ihn schon, in seiner Karriere noch einmal in der ersten Liga mitzumischen. Das ist jedoch kein leichtes Unterfangen. „Ich muss erst einmal wieder in Form kommen und konkurrenzfähig werden, um dann zu versuchen, mich wieder nach oben zu arbeiten.“

Mit lediglich zwei Podiumsplätzen — Gesamtdritter der Griechenland-Rundfahrt „Tour of Hellas” Mitte April und Zweiter auf der dritten Etappe der internationalen Oberösterreich-Rundfahrt Mitte Juni — lief es für den 30-Jährigen im vergangenen Jahr nur teilweise nach seinen Vorstellungen. Letztlich konnte er auch kein höherklassiges Team überzeugen, ihm einen Vertrag zu geben, geschweige denn seine Rückkehr in die Weltspitze ankurbeln.

Eine Ursache, weshalb möglicherweise Topergebnisse in den vergangenen Jahren ausblieben, ist mittlerweile behoben. Fothen: „Ärzte haben zu Beginn der abgelaufenen Saison bei mir eine Allergie auf Weizen- und Eiprodukte festgestellt. Deshalb musste ich meine Ernährung umstellen. Außerdem hat ein Pilz in meinem Darm vieles kaputtgemacht. Das alles hat meinen Organismus durcheinandergebracht.“

Das Problem ist gelöst. Und das gibt einen zusätzlichen Motivationsschub. Fothen fühlt sich bei NSP-Ghost wohl. Er genießt hohes Ansehen. Seine Erfahrungen werden geschätzt. Wie schon 2011 gibt er sie gern an die jungen Fahrer des Odenwalder Rennstalls weiter.

Darauf zählt auch sein ambitionierter Arbeitgeber, der nicht nur einen sehr professionellen Eindruck macht, sondern auch sehr ehrgeizige Ziele hat. „Wir wollen mittelfristig in die zweite Liga des internationalen Radsports aufsteigen und uns als starker Professional-Continental-Rennstall etablieren“, gibt Teammanager Thomas Kohlhepp die Richtung vor.

Das Potenzial dafür sei da, ist der Kapitän überzeugt. Die Weichen für den Aufstieg hat der Manager bereits gestellt. 2012 steht eine schlagkräftige Mannschaft mit 16 Rennfahrern am Start. Fothen darf auf routinierte Leistungsträger wie beispielsweise Steffen Radochla, Sergej Fuchs und Sebastian Forke zählen. Das Trio fuhr in den beiden Vorjahren für die nationale Konkurrenz Nutrixxion und soll ihn jetzt am Berg unterstützen.

Auch sonst würde das Team in Sachen Organisation, Strukturen und Material kontinuierlich an Professionalität zulegen. Die im Vorjahr gezeigte gute Präsenz in den Pelotons sei mit zahlreichen Einladungen für die diesjährige Saison belohnt worden. Nichtsdestotrotz freut sich Fothen besonders auf die deutschen Rennen wie „Rund um Köln“ sowie auf sein „Heimrennen, die „Tour de Neuss“.