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Mauertaktik des SC Kapellen führt zu Überraschungssieg

Mauertaktik des SC Kapellen führt zu Überraschungssieg

Mit einem 2:0 fügen die Erftstädter dem 1. FC Bocholt die erste Niederlage zu.

Kapellen. Was haben die Fußballer des SC Kapellen in der Oberliga Niederrhein in der jüngeren Vergangenheit schon für begeisternde Partien abgeliefert — nur, um am Ende mit leeren Händen dazustehen. Weil der Saisonstart für seine Jungs bislang recht unerfreulich verlaufen ist, drehte Trainer Frank Mitschkowski den Spieß am Montag einfach mal um. Mit Erfolg: Ausgerechnet gegen den ungeschlagen angereisten Neuling 1. FC Bocholt sprang mit einer Igel-Taktik ein nicht unbedingt erwarteter 2:0-Sieg (Halbzeit 1:0) heraus.

Schon mit der Platzwahl überraschte der SCK die Gäste. „Im fünften Spiel in Kapellen habe ich mit meiner Mannschaft zum ersten Mal auf Rasen gespielt“, stellte Trainer Manuel Jara verwundert fest. Auf tiefem Geläuf sah sich der ehemalige Zweitligist einem extrem defensiv eingestellten Kontrahenten gegenüber. Als Reaktion auf das 2:5 am Mittwoch in Hilden hatte Mitschkowski seinen Schützlingen ein 5-4-1-System verordnet: Vor Schlussmann Christopher Möllering standen Marcel Koch, Robin Kreis und Ömer Okyar zentral. Auf den Außenpositionen verteidigten Sükrü Ak und Kapitän Dalibor Cvetkovic. Die Doppelsechs bildeten zunächst Robert Wilschrey und Benny Schütz, auf dem Flügel rochierten Frederik Leufgen und Stephan Wanneck. Als einzige Spitze rannte sich Andrej Hildenberg die Lunge aus dem Hals. Damit war der Ball zwar zumeist im Besitz der ungemein lauffreudigen Gäste, die besseren Chancen erspielte sich indes der SCK.

Und der hatte endlich auch mal das Glück auf seiner Seite: Der von Hildenberg eingesetzte Wilschrey überwand FC-Keeper Maik Welling mit einem unhaltbar abgefälschten Prachtschuss aus rund 25 Metern (21.). Die druckvollen Bocholter hätten noch vor der Pause zurückschlagen können, ja müssen: Tim Winking knallte einen Freistoß an die Latte (40.), unmittelbar vor dem Gang in die Kabine rettete Möllering großartig gegen Tim Elsinghorst sowie Bas Reekers. In der zweiten Hälfte verstärkte der unverdrossen attackierende FC den Druck sogar, „sorgte mit seiner zumeist horizontalen Ballbewegung aber kaum für Gefahr“, bemerkte Mitschkowski.

Seine Jungs kamen dagegen weiterhin nur sporadisch über die Mittellinie, waren dann aber zielstrebig: Der eingewechselte Sven Raddatz verfehlte das Gehäuse nach Vorbereitung von Cvetkovic, Schütz und Leufgen noch haarscharf (60.), Schütz fand nur eine Minute später nach einer Freistoßvorlage Wilschreys mit einem Kopfball aus kurzer Entfernung in Welling seinen Meister.

Ein mustergültig vorgetragener Konter setzte die komplett aufgerückten Gäste schließlich schachmatt: Wilschrey setzte genau im richtigen Moment den mitgelaufenen Leufgen ein, den Rest erledigte der am Ende als Abfangjäger in der Spitze eingesetzte und bislang nicht unbedingt als Torjäger bekannte Schlaks abgebrüht (77.). „Aufgrund unserer sehr guten Torchancen ist unser Sieg nicht unverdient“, bilanzierte Mitschkowski sichtlich erleichtert.